Alpen-Heckenkirsche
Der sommergrüne, nur wenig verzweigte Strauch erreicht eine Wuchshöhe zwischen einem und drei Meter. Die zweikantigen Triebe sind wenig behaart, die kantigen Zweige hohl.
Die gegenständig angeordneten Blätter sind etwa einen Zentimeter lang gestielt und werden sechs bis acht Zentimeter lang sowie drei bis fünf Zentimeter breit. Die elliptisch, zugespitzten und glattrandigen Blattspreite besitzen eine frischgrüne Farbe und sind unterseits stark glänzend.
Die Blüten sitzen paarweise auf einem zwei bis fünf Zentimeter langen Stiel in den Blattachseln. Die rötliche, trichterförmige Krone ist deutlich zweilippig. Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die rot glänzenden Früchte (Doppelbeeren) reifen ab August und sind giftig.
Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 18 oder 36.
Ökologie
Die Alpen-Heckenkirsche ist eine Schattenpflanze. Ihre Blüten werden durch Hummeln oder Wespen bestäubt.
Wahrscheinlich sind alle Geißblatt-Arten (Lonicera) giftig. Vergiftungszentralen werden häufig wegen der Früchte konsultiert, obwohl diese nach neueren Untersuchungen nur schwach giftig sind. Bei der hier beschriebenen Art wird aufgrund der nahen Verwandtschaft zur Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) von der Möglichkeit der Giftwirkung der Roten Heckenkirsche ausgegangen, da genaue Daten und Erfahrungen zur hier aufgeführten Art nicht vorliegen.
Nach dem Verzehr von mehr als 20 Früchten der Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) wurden Vergiftungssymptome wie mindestens Brechdurchfälle und Reizungen des Verdauungssystems beobachtet. Die Wirkung geht eher auf Saponine als auf Alkaloide zurück. Nach älteren Angaben werden weit geringere Mengen (5 Beeren) für Vergiftungen verantwortlich gemacht.
| Giftige Pflanzenteile | Beere |
| Giftstoffe | Alkaloide, Saponine, cyanogene Glykoside |
Folgesymptome
Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwindel, Unruhe / Erregung, Atmungsstörungen, Atemlähmung, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Puls (Tachykardie), kalter Schweiß, Zittern, Krämpfe, erhöhter Harndrang, Nierenschädigung, Gesichtsrötung, blutiger Durchfall, Temperaturerhöhung (Hyperthermie), bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser
Standort
Die Alpen-Heckenkirsche besiedelt Hochstauden- und Schlagflure, krautreiche Bergmisch- und Schluchtwälder, Säume und Wege, meist auf kalkreichem Boden. Sie ist eine Art der Lonicero-Fagenion-Gesellschaften. In den Alpen steigt die Pflanze bis in eine Höhe von 2300 m über NN.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Gebirgen Mittel- und Südeuropas, von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Deutschland nordwärts nur bis zur Donau. In Österreich häufig, fehlt in Wien und Burgenland.
In den Allgäuer Alpen steigt sie am Gängele beim Entschenkopf in Bayern bis zu 1950 m Meereshöhe auf.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Gebirgen Mittel- und Südeuropas, von den Pyrenäen bis zum Balkan. In Deutschland kommt sie nordwärts nur bis zur Donau vor. In Österreich ist sie häufig, fehlt aber in Wien und dem Burgenland.
Aus derselben Gattung (Lonicera)
Alle Pflanzen der Gattung Lonicera →
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