Vegetative Merkmale
Das Einjährige Silberblatt ist eine – entgegen seinem Namen – zweijährige, also eine bis zur Blüten- und Samenbildung einmal überwinternde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern, ausnahmsweise auch mehr erreicht. Im ersten Lebensjahr werden nur Grundblätter sowie eine oder mehrere fingerförmige unterirdische Knollen gebildet, aus denen dann im folgenden Frühjahr eine vertikale Sprossachse mit Blüten austreibt, aus denen wiederum sich schließlich die markanten Samenschötchen entwickeln. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab.
Von ihren gezähnten, breit-herzförmigen Laubblättern sind die oberen ungestielt.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die Blüten sind anders als beim Ausdauernden Silberblatt, geruchlos. Die vier purpur-violetten oder selten weißen Kronblätter sind 20 bis 25 Millimeter lang.
Der gebogenene Fruchtträger (Stiel) ist 1 bis 3 Zentimeter lang. Die flachen Schötchen sind bei einem Durchmesser von 2 bis 5 Zentimetern fast kreisrund und an den oberen Enden gerundet. Jedes Schötchen enthält mehrere Samen, die beim Aufplatzen herausfallen. Erst jetzt werden die silbern schimmernden Innenseiten der Schötchen sichtbar. Deswegen ist das Silberblatt als Trockenstrauß eine beliebte Zierde, zumal die Schötchenhüllen recht ausdauernd an den getrockneten Stängeln verbleiben.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28 + 2B.
Ökologie
Die Blüten werden gern von Schmetterlingen und Bienen besucht.
Standort
Als beliebte Zierpflanze in „Bauerngärten“ Mitteleuropas und anderer Regionen verwildert es aber regelmäßig und ist deshalb, beispielsweise in Berlin, inzwischen selbst auf Bahnböschungen zu finden.
Verbreitung & Vorkommen
Das Einjährige Silberblatt ist ursprünglich submediterran-präalpin und in Südosteuropa verbreitet. Für Deutschland wird das Einjährige Silberblatt als Neophyt mit dem Status „auf dem Weg zur Einbürgerung“ geführt. Ein Neophyt ist Lunaria annua in Spanien, in Nord-, Mittel- und Osteuropa, auf den Azoren, auf Madeira, in Argentinien, Japan, Neuseeland, in den Vereinigten Staaten und in Kanada.
In den Allgäuer Alpen kommt Lunaria annua im Tiroler Teil im Birkental bei Rauth bei Nesselwängle in einer Höhenlage von bis zu 1180 Metern vor.
Aus derselben Gattung (Lunaria)
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