Es handelt sich um einjährige, krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 20 cm bis 50 cm, meist etwa 30 cm erreichen. Die vollkommen kahlen Pflanzen sind meist auf der ganzen Länge beblättert und verzweigt, wobei die Zweige meist steif nach schräg oben stehen. Der Stängel ist mehr oder weniger vierkantig. Die gesamte Pflanze ist hellgrün bis grasgrün, während das ähnliche Wald-Bingelkraut eher dunkelgrün ist. Die Laubblätter sind schmal eiförmig bis lanzettlich und am Rande stumpf gesägt.
Es sind meist, aber nicht immer zweihäusig getrenntgeschlechtige (diözisch) Pflanzen. Die Blüten der männlichen Pflanzen sitzen, zumeist in kleinen Knäueln angeordnet, in blattachselständigen Ähren, die allerdings die Laubblätter weit überragen. Die Blütenstände sind etwas länger und vielblütiger als beim Wald-Bingelkraut. Bei den weiblichen Pflanzen sitzen die Blüten in kleinen Knäueln in den Blattachseln. Die Einzelblüten sind unauffällig grünlich-gelblich und haben drei Blütenhüllblätter. Die Blütezeit beginnt in Mitteleuropa im Juni und geht bis in den Herbst.
Verwendung in der Heilkunde
In der Antike und im Mittelalter wurden getrocknete Pflanzen der Art als Heilpflanze vor allem gegen Frauenleiden und gegen Verdauungsprobleme verwendet.
Das frische Bingelkraut kann in größeren Mengen bei Weidevieh zu Vergiftungen führen. Die frische ganze Pflanze ist nur wenig giftig und hat zur Fruchtreife den höchsten Wirkstoffgehalt. Das getrocknete Kraut soll ohne Wirkung sein.
Vergiftungserscheinungen: Die Wirkung als Abführmittel ist den Saponinen zuzuschreiben. Vergiftungen beim Menschen sind kaum zu erwarten.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Saponine, Amine |
Erste Symptome
Durchfall
Folgesymptome
Durchfall, Koliken, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)
Symptome bei Hautkontakt
allergische Reaktion
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen
Standort
Es wächst vor allem an stickstoffreichen, lehmigen und nicht allzu trockenen Ruderalstellen, beispielsweise als Unkraut in Gärten oder auf Äckern, oder auf Schuttplätzen. In Mitteleuropa ist es, außer in den Alpen, weit verbreitet.
Verbreitung & Vorkommen
Das Einjährige Bingelkraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, ist seit dem 16. Jahrhundert aber in Mitteleuropa und nach Norden bis Skandinavien eingebürgert. Auch in einige Gebiete Nordamerikas wurde es eingeschleppt.
Inhaltsstoffe
Hauptwirkstoffe: vor allem Saponine, aber auch die Amine Methylamin, Trimethylamin.
Aus derselben Gattung (Mercurialis)
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