Karlszepter
Das Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum), auch Moorkönig genannt, gehört zur Gattung Läusekraut (Pedicularis). Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 100 Zentimetern. Die Laubblätter sind fiederspaltig. Die rosettenständigen Grundblätter erreichen Längen von 30 cm. Die Blüten stehen in einen dichten vielblütigen Traube. Die weißlich gelbe Krone wird bis 30 mm lang. Die Oberlippe ist ungespalten, die Unterlippe zeigt einen rötlichen Rand.
Blütezeit ist von Juni bis August.
Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen. Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Iridoidglykoside |
Folgesymptome
Durchfall, Koliken, Blut im Urin (Hämurie), Blutungsneigung, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken
Standort
Die Art bevorzugt Flachmoore und Moorwiesen. Aber auch in Verlandungsbeständen und an Ufern kommt sie vor.
Verbreitung & Vorkommen
In Deutschland ist die Pflanze sehr selten und fast ausschließlich im Alpenvorland anzutreffen. Sie ist streng geschützt. In Österreich kommt das Karlszepter nur noch im Edlacher Moor in der Nähe von Trieben vor.
Inhaltsstoffe
Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Aucubin ist ein häufiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Iridoide. Es ist ein Glykosid des Aglykons Aucubigenin mit einer Einheit Glucose. Wie andere Monoterpene wird das Aglykon aus zwei Isopreneinheiten mit je fünf Kohlenstoffatomen in der Pflanze synthetisiert. Im Gegensatz zu dem C10-Grundkörper der Iridoide besitzt das Aucubingrundgerüst nur neun Kohlenstoffatome, da eine Methylgruppe während der Biosynthese zur Carbonsäuregruppe oxidiert und dann als Kohlenstoffdioxid abgespaltet wird.
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