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Ahornblättrige Platane

Platanus x hispanica Miller ex Münchh.

Erscheinungsbild und Blatt

Die Ahornblättrige Platane wächst als sommergrüner Baum und erreicht Wuchshöhe von bis zu 45 Metern. Es sind über 300 Jahre alte Exemplare bekannt, die noch immer wuchskräftig sind. Er ist sympodial verzweigt. Die Baumkrone wird bei älteren Exemplaren hoch und breit. Die Borke junger Bäume ist dunkelgrau bis braun; mit zunehmendem Alter blättert die Borke in dünnen Platten ab, die jüngere Borke darunter ist gelb-grau.

Die rotbraunen Blattknospen sind eiförmig, und 6 bis 8 Millimeter lang. Seine Winterknospe besitzt nur eine Knospenschuppe, die vor dem Laubfall in der Blattbasis verborgen ist.

Der frische Blattaustrieb ist hell braun- bis graugrün und behaart, verkahlt jedoch schnell. Die wechselständig angeordneten, ahornähnlichen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 5 bis 10 Zentimeter lang. Die Blattspreite ist bis zu 15 bis 25 Zentimeter groß und meist fünflappig. Größe und Form der Blattlappen variieren je nach Klonlinie. An der Blattbasis bleiben die gezähnten, eiförmigen Nebenblätter vor allem bei jungen Bäumen länger haften.

Generative Merkmale

Die Ahornblättrige Platane ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten erscheinen zusammen mit dem Laub im Mai. Sie stehen meist zu zweit an Blütenkätzchen mit einem 6 bis 8 Zentimeter langen Stiel. Die männlichen Blüten sind grünlichgelb und klein; die weiblichen Blüten sind karminrot. Die Blüten wachsen in etwa 1 Zentimeter großen Teilblütenständen und hängen mit zwei oder drei Blütenständen an einer gemeinsamen Blütenstandsachse. Die Sammelfrucht ist kugelig, braun und etwa 3 Zentimeter groß; sie hängt an einem langen Stiel. Die Einzelfrüchte sind kantig-zylindrische Nüßchen, die den Samen enthalten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.

Ökologie

Die Laubblätter der Ahornblättrige Platane sind anfangs mit Sternhaaren besetzt, die sich beim Austrieb ablösen und die Luftwege zum „Platanenhusten“ reizen können. Die jeweils äußerste Schicht der „Schuppenborke“ wird durch ein Abtrennungsgewebe in relativ großen Platten abgesprengt. Die ausgeprägte Herzwurzel bildet eine vesikulär-arbusculäre oder auch VA-Mykorrhiza. Bei einem Herzwurzelsystem werden am Wurzelstock mehrere, unterschiedlich starke Wurzeln ausgebildet.

Blütenökologisch handelt sich um windblütige Art vom „Kätzchenblüten-Typ“ oder vom „Hängblüten-Typ“. Je weiblicher Blüte entwickeln sich mehrere einsamige Nüsschen mit einem hakigen Griffelrest und einem basalen Haarbüschel. Fruchtreife ist von November bis Dezember. Im Winter werden die steifen Fruchtstandsachsen morsch und leicht beweglich. Danach zerfallen die kugeligen, etwa 3 cm breiten Fruchtstände. Die Einzelfrüchte werden als Schirmchenflieger bzw. bei Nässe als Adhäsionshafter sowie als Klett-, Bohr- und Tretfrüchte ausgebreitet. Daneben erfolgt Bearbeitungsausbreitung durch Kleinvögel. Die Früchte sind Wintersteher und Lichtkeimer. Für Hunde sind die Tretfrüchte sehr unangenehm da die spitzästigen Gliederhaare zu Schleimhautreizungen führen können. Beim Menschen können die beim Zerfall der Fruchtstände sich zum Teil ablösenden Haare zu Heuschnupfen ähnlichen Zuständen führen.

Die Ahornblättrige Platane wird relativ selten von Krankheiten befallen. Im Frühjahr tritt bisweilen die Pilzart Apignomonia veneta (Synonyme: Gnominia veneta, Gloeosporium nervisequum) auf; von der Pilzkrankheit befallene junge Triebe sterben ab.[3] Seit einigen Jahren tritt auch die Massariakrankheit im Bundesgebiet auf.