Vegetative Merkmale
Der Hasenlattich wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Die kahlen, blaugrünen Laubblätter sind bei einer Länge von 50 bis 150 Zentimeter länglich-lanzettlich. Populationen mit besonders schmalen, zum Teil linealen, ganzrandigen Blättern werden als Prenanthes purpurea f. angustifolia bezeichnet. Die oberen Laubblätter sind sitzend, mit herzförmigem Grund und stängelumfassend.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt im Juli und August. In einem lockeren, rispigen Gesamtblütenstand befinden sich lang gestielte, nickende körbchenförmige Teilblütenstände. Die Körbchen enthalten fünf bis acht Hüllblätter und fünf rötliche bis purpurfarbene Zungenblüten. Der Griffel ragt 7 Millimeter aus der Staubblattröhre der Blüten und die Narbenlappen rollen sich vollständig rückwärts.
Die runde, ungeschnäbelte Achäne besitzt einen deutlichen Pappus.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.
Ökologie
Der Hasenlattich ist eine ausdauernde Schaftpflanze.
Die Narbenlappen rollen sich vollständig rückwärts, so dass bei ausbleibendem Insektenbesuch spontane Selbstbestäubung erfolgt. Bestäuber sind Bieneverwandte, Fliegen und Käfer.
Er ist eine Schatten- bis Halbschattenpflanze und wichtiges Wildfutter, weshalb kleine Populationen durch Wildverbiss bedroht sind. Bedeutung hat er auch als Nahrungspflanze seltener Eulenfalter der Gattung Cucullia (Mönchseulen).
Standort
Der Hasenlattich bevorzugt kraut- und grasreiche Bergmischwälder mit Buchen, Tannen, Eichen und Fichten und wächst in Hochstaudenfluren und in Verlichtungen an Waldwegen. Sein Optimum erreicht er im hochmontanen Rotbuchenwald. Der Hasenlattich gedeiht am besten auf frischen, ziemlich nährstoffreichen, vorzugsweise kalkarmen, neutralen bis mäßig sauren, mull- oder modrig humosen, mittel- bis tiefgründigen Lehmböden mit humidem Klima. Er ist in Mitteleuropa eine Fagion-Verbandscharakterart.
Verbreitung & Vorkommen
Der Hasenlattich ist eurasiatisch verbreitet mit Verbreitungsschwerpunkt im europäischen Westen. Er kommt in Europa sowie in Asien und Nordamerika in Bergwäldern vor. Er ist die einzige Prenanthes -Art, die in Mitteleuropa vorkommt. In Deutschland findet man ihn vorwiegend im Hügelland und im Gebirge. In den Alpen erreicht er eine Höhenlage bis 2043 Meter. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Südostgrat des Kegelkopfs in Bayern bis in eine Höhenlage von 1920 Meter auf. Im Tiefland fehlt er oder ist sehr selten.
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