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Gewöhnlicher Gold-Hahnenfuß

Ranunculus auricomus
Giftpflanze Alpenpflanze Giftig ⚠️

Der Gold-Hahnenfuß ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimeter. Die Stängel tragen am Grund kleine Niederblätter. Die Grundblätter sind lang gestielt und haben eine ungeteilte, nierenförmig-rundliche Spreite mit gekerbt-gezähntem Blattrand, kann aber auch drei-, fünf- oder mehrspaltig sein. Die zwei bis vier Stängelblätter unterscheiden sich stark von den Grundblättern: sie sind sitzend, fingerig geteilt und haben lineale Zipfel.

Die Blütenstiele sind rund, und nicht oder undeutlich gefurcht. Kelch- und Kronblätter gibt es je fünf. Die Kronblätter sind gelb, es sind nicht immer fünf voll ausgeprägt. Der Blütenboden ist kahl bis behaart. Blütezeit ist Mai bis Juni. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten oder Selbstbestäubung. Auch apomiktische Vermehrung kommt bei etlichen Kleinarten vor.

Die Nüsschenfrüchte sind dicht behaart, eiförmig, drei bis vier Millimeter lang und haben einen kurzen, hakigen Schnabel.

In der Artengruppe des Gold-Hahnenfußes werden etliche Kleinarten zusammengefasst. Zwei Kleinarten vermehren sich sexuell, die übrigen agamosperm. Die klassische Gliederung in Ranunculus auricomus, Ranunculus cassubicus und Ranunculus fallax lässt sich nicht aufrechterhalten. Fischer führt allein für Österreich 30 Kleinarten auf. Für Deutschland werden 49 Kleinarten angegeben, von denen nur sechs auch in Österreich vorkommen.

Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.

Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
GiftstoffeGlykoside (Glycoside), Protoanemonin

Erste Symptome

Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum

Folgesymptome

Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen

Symptome bei Hautkontakt

Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken

Standort

Er kommt vor allem in Laub- und Auwäldern, in sickerfeuchten Bergwiesen, selten auch in Gärten und Parks vor. Außerdem bevorzugt er kalkige, nährstoffreiche und grundwasserdurchzogene Lehmböden. Er steigt bis in die alpine Höhenstufe

Inhaltsstoffe

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.

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