Der Spreizende Wasserhahnenfuß ist eine wintergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die 5 bis 300 Zentimeter lange, kahle Stängel ausbildet. Es handelt sich um eine flutende Unterwasserpflanze. Die Laubblätter sind am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattzipfel sind in einer Ebene angeordnet. Der Umriss der in haarfeine Segmente geteilten Blattspreite ist kreisrund. Sie bleiben auch außerhalb des Wassers gespreizt und fallen nicht schlaff in sich zusammen wie die Tauchblätter anderer Wasserhahnenfußarten.
Die sich über die Wasseroberfläche erhebenden Blüten sind zwittrig und radiärsymmetrisch. Die fünf abstehende Kelchblätter besitzen eine Länge von 3 bis 6 Millimeter. Die fünf freien weißen, ausdauernden Kronblätter besitzen eine Länge von bis 10 zu Millimeter und halbmondförmige Nektardrüsen. Es sind meist 20 bis 25 (5 bis 27) Staubblätter vorhanden. Der Blütenboden ist behaart. Die meist 42 bis 48 (30 bis 60) Nüsschen sind lang behaart und verkahlend; die Griffel sitzen seitlich an.
Die Blütezeit reicht von Mai bis August.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.
Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Glykoside (Glycoside), Protoanemonin |
Erste Symptome
Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum
Folgesymptome
Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen
Symptome bei Hautkontakt
Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken
Standort
Die Art siedelt hier in Laichkraut- und Seerosengesellschaften eutropher, schlammiger Flüsse, Altwässer, Gräben, Seen und Tümpel, die basenreich und oft kalkhaltig, in Küstenmarschen auch schwach salzhaltig sind. Saure Gewässer werden gemieden.
Verbreitung & Vorkommen
Die Nominatform ist in klimatisch gemäßigten Zonen Europas und Asiens verbreitet. In Deutschland kommt der Spreizende Wasserhahnenfuß stetig im südlichen und mittleren Bayern (ausgenommen die Alpen), zerstreut in Nordbayern, Baden-Württemberg, dem nördlichen Nordrhein-Westfalen, in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie selten in Rheinland-Pfalz, dem südlichen Nordrhein-Westfalen, in Hessen und Sachsen vor. Verbreitungsschwerpunkte sind vor allem Flusstäler.
Inhaltsstoffe
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.
Aus derselben Gattung (Ranunculus)
Alle Pflanzen der Gattung Ranunculus →
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