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Bastard-Hahnenfuß

Ranunculus hybridus Biria
Giftpflanze Alpenpflanze Giftig ⚠️ R

Der Bastard-Hahnenfuß wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 15, selten bis zu 20 Zentimetern. Die Stängel sind meist mehr oder weniger verzweigt.

Zur Blütezeit sind nur ein bis zwei, selten bis zu vier grundständige und am Stängel wechselständig angeordnete Laubblätter vorhanden. DieGrundblätter und die unteren derben, blaugrün bereiften Stängelblätter besitzen einen Blattstiel und eine nierenförmige Blattspreite, die ganzrandig und im oberen Teil unregelmäßig drei- bis fünflappig eingeschnitten, gekerbt oder gesägt ist. Die obersten Stängelblätter sind einfach und lanzettlich, die unteren tief zerteil. Alle Blätter sind blaugrün bereift.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten weisen einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimeter auf. Der Blütenboden ist kahl. Die fünf gelben Kronblätter sind mit einer Länge von bis zu 6 mm länger als die Kelchblätter.

In einer Sammelfrucht stehen nur wenige Nüsschen zusammen. Die kahlen, deutlich geaderten, fast kugeligen, 3,5 bis 4 mm langen Nüsschen besitzen einen kurzen, gebogenen Schnabel.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Der Bastard-Hahnenfuß ist giftig.

Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.

Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
GiftstoffeGlykoside (Glycoside), Protoanemonin

Erste Symptome

Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum

Folgesymptome

Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen

Symptome bei Hautkontakt

Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken

Standort

Diese kalkstete Art bevorzugt Fels, Schutt, steinige Rasen und Latschenhänge. Sie kommt in Höhenlagen zwischen 1300 und 3000 Meter in den obermontanen bis alpinen Höhenstufen vor.

Verbreitung & Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Bastard-Hahnenfußes umfasst die nördlichen und südlichen Kalkalpen, nach Westen bis Tirol und Bergamasker Alpen. In Österreich ist diese Art zerstreut in den Bundesländern Nieder-, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol verbreitet.

Inhaltsstoffe

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.

Aus derselben Gattung (Ranunculus)

Alle Pflanzen der Gattung Ranunculus

Aus derselben Familie (Hahnenfußgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Hahnenfußgewächse