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Purgier Kreuzdorn

Rhamnus cathartica L.

Der Purgier-Kreuzdorn wächst als sparriger, sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 3 Metern oder als kleiner Baum bis zu 6 Meter, als solcher kann er auch ein Alter von rund 100 Jahren erreichen. Die Rinde des Kreuzdornes ist glatt und weist erst im Alter einige Risse auf. Er besitzt Dornen, die ihm seinen deutschen Namen verliehen haben. Die annähernd gegenständig angeordneten Laubblätter weisen eine Länge von 3 bis 7 Zentimeter auf.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Blüten bilden sich in Büscheln. Der Purgier-Kreuzdorn ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch); in den einen Blüten finden sich jeweils Rudimente des anderen Geschlechts, wobei die männlichen Blüten noch verkümmerte Reste an Fruchtknoten und die weiblichen Blüten ihrerseits noch rudimentäre Staubblätter aufweisen. Die männlichen Blüten sind größer. Die Griffel sind verschieden lang (Heterostylie). Die unscheinbaren, grünen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig.

Die bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter kugeligen, bei Reife schwarz-violetten Steinfrüchte enthalten drei bis vier dreikantige Steinkerne.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.
Die Blüten sind unscheinbare, „Nektar führende Scheibenblumen“. Der Nektar wird offen von einem Diskus abgegeben. Die Bestäubung erfolgt besonders durch Fliegen und Hautflügler.

Es findet Verdauungsverbreitung durch Vögel statt. Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Der Purgier-Kreuzdorn ist ein Zwischenwirt des orangefarbenen Hafer-Kronenrostes (Puccinia coronata), der ein bedeutender Schädling des Getreides und der Futtergräser darstellt. Ferner ist er Nahrungspflanze für die Raupen des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) und für die des Großen Kreuzdornspanners (Philereme transversata).

Verwendung in der Heilkunde

Die Früchte verwendet man getrocknet als Abführmittel; hingegen kann der Verzehr von unreifen Früchten – vor allem bei Kindern – zu Vergiftungserscheinungen führen. Der abführenden Wirkung hat der Strauch seinen botanischen Namen cathartica (altgriechisch: katarthikos für reinigend) zu verdanken.

Unreife Früchte sind giftig. Die Rinde ist ebenso giftig für den Menschen.

Giftige Pflanzenteileunreife Frucht, ganze Pflanze
GiftstoffeAlkaloide, Saponine

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenreizung

Symptome bei Hautkontakt

Erbrechen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken

Standort

Der Kreuzdorn ist kalkliebend, ansonsten aber pH-indifferent. Man findet ihn sowohl in Auwäldern, Hecken und Wegrändern als auch auf sowie an felsigen Hängen. In Deutschland ist er weit verbreitet – vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen in Höhenlagen von 1600 Metern. Die bevorzugte Lage ist in der Strauchschicht in einer Höhe bis 800 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist in Mitteleuropa eine Berberidion-Verbandscharakterart.

Verbreitung & Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Purgier-Kreuzdorn umfasst beinahe ganz Europa und erstreckt sich über Nordwestafrika bis nach Westasien.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Emodinglycoside, ca. 0,75% in den unreifen Früchten. Die Rinde enthält 2-2,5% Saponine.

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