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Rosmarinheide

Andromeda polifolia L.
Giftpflanze Strauch Alpenpflanze Giftig ⚠️ 3

Die Rosmarinheide ist eine verholzende, immergrüne ausdauernde Pflanze, ein Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern erreicht. Sie bildet unterirdische Ausläufer.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache lederige Blattspreite ist lanzettlich. Die Blattunterseite ist weißlich. Der Blattrand ist umgerollt. Die Laubblätter ähneln somit denen des Rosmarin, woher diese Pflanzenart auch den Trivialname Rosmarinheide hat.

Die Rosmarinheide bildet in einem schirmtraubigen Blütenstand zwei bis fünf, seltener bis acht nickende Blüten. Die eiförmigen und rosafarben bis weißen Kronblätter sind familientypisch miteinander kugelig bis glockenförmig verwachsen.

Die aufrechten, bei Reife braunen, fünffächerigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.

Die Rosmarienheide ist ein immergrüner Zwergstrauch. Vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer. Ihre Wurzel bildet eine Mykorrhiza vom Ericaceen-Typ.

Blütenökologisch handelt es sich um „Hängende Glockenblumen mit Streueinrichtung“, d. h. der Pollen rieselt beim Anflug auf die Besucher herab. Bestäuber sind Bienen und andere Hautflügler; aber auch Selbstbestäubung findet statt. Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Die Kapselfrüchte springen mit fünf Fruchtklappen auf und fungieren als Windstreuer. Die Samen können sich als Körnchenflieger ausbreiten. Die Rosmarienheide ist ein Wintersteher. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Zur Keimung benötigt sie einen Kältereiz (Kältekeimer) und Licht (Lichtkeimer).

Die Rosmarinheide ist ein Bewohner der Heide- und Regenmoore. Sie ist kalkmeidend und benötigt offene Standorte. Die familientypische Mykorrhiza ermöglicht es Andromeda polifolia auf stark stickstoffarmen Böden, wie es Heiden und Hochmoore sind, zu wachsen. In Mitteleuropa ist die Rosmarinheide eine Ordnungscharakterart des Sphagnetalia[2].

Die Rosmarinheide ist in allen Pflanzenteilen stark giftig.
Bei oraler Aufnahme kommt es zunächst zu einem Brennen im Mund, dann folgt Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kribbeln der Haut. Außerdem treten Schweißausbrüche mit kaltem Schweiß, Schluckschwierigkeiten, Sprachstörungen, Schwindel und rauschähnliche Zustände auf. Außerdem krampft der Patient und zeigt Bradykardie im EKG. Diese ist mit einer sehr lang anhaltenden Blutdrucksenkung verbunden einhergeht. Der Tod tritt durch eine Atemlähmung ein.

Vergiftungen sind bei Weidetieren, insbesondere bei Schafen und Ziegen aufgetreten.

Beim Menschen sind Vergiftungen durch Honig aufgetreten, der von der Rosmarinheide stammt. Vergiftungen durch solchen Honig, der im türkischen Schwarzmeergebiet erworben worden war, wurden 1981 und 1982 in österreichischen Spitälern behandelt. Unter symptomatischer Therapie erholten sich die Patienten innerhalb 24 Sunden aber wieder vollständig.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilBlüte, Blatt oder Stängel
GiftstoffeGlykoside (Glycoside), Iridoidglykoside

Erste Symptome

Brennen im Mund /Rachenraum, kalter Schweiß

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Atemlähmung, Herz-Kreislauf-Störungen, Rauschzustand, Brennen im Mund /Rachenraum, kalter Schweiß, Schweißausbrüche, Prickeln im Mund, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), Sprachstörungen, Blutdrucksenkung (Hypotonie), Schluckbeschwerden

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser

Standort

Die Rosmarinheide ist ein Bewohner der Heide- und Regenmoore. Sie ist kalkmeidend und benötigt offene Standorte. Die familientypische Mykorrhiza ermöglicht es Andromeda polifolia auf stark stickstoffarmen Böden, wie es Heiden und Hochmoore sind, zu wachsen. In Mitteleuropa ist die Rosmarinheide eine Ordnungscharakterart des Sphagnetalia.

Verbreitung & Vorkommen

Andromeda polifolia ist auf der Nordhalbkugel zirkumpolar in Eurasien und Nordamerika weitverbreitet.
Die Rosmarinheide ist in Deutschland, in Bayern (besonders Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Rhön), Baden-Württemberg (vor allem Oberschwaben, Schwarzwald), und in norddeutschen Moorgebieten verbreitet. In anderen Gebieten ist sie entsprechend der Seltenheit des Habitats auch selten zu finden.
In den Allgäuer Alpen steigt die Rosmarinheide im Wasenmoos bei Unterkrumbach in Vorarlberg bis zu einer Höhenlage von 1700 Meter auf.

Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoffe sind Andromedotoxin, außerdem mehrere Iridoidglykoside; nach neueren Angaben sollen aber keine Diterpene vorhanden sein.

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