Die Gemeine Pimpernuss wächst als sommergrüner Strauch mit Wuchshöhen von meist 1 bis 3 Meter oder seltener als kleiner Baum (dann 4 bis 5 Meter). Ihre gegenständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit fünf bis sieben Fiederblättchen. Die elliptischen bis breit lanzettlichen Fiederblättchen besitzen einen gesägten Blattrand.
Die Blüten sind in hängenden, rispigen Blütenständen zusammengefasst. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf gelblich-weißen Kronblätter neigen sich glockenförmig zusammen.
Ihren Namen hat sie wohl von ihren Früchten. Es handelt sich um eine grünliche, häutige, aufgeblasene Kapselfrucht, in der eine „Nuss“ (ein Same) klappert (oder eben „pimpert“), wenn sie reif ist.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.
Der Pimpernuss wird eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen.
Verwendung in der Küche
Die langen Blütentrauben können zu einer Süßigkeit kandiert werden. In den imposanten Blasenfrüchten sitzen kleine Nüsschen, die wie Haselnüsse aussehen und ähnlich wie Pistazien schmecken. Bekannt ist der daraus gewonnene Pimpernusslikör, der im Bayerischen Wald hergestellt wird. In der georgischen Küche wird aus dem, in Salzwasser eingelegten, Blütenstand der Salat "Jonjoli" (ჯონჯოლი) hergestellt. In der Geschmacksrichtung ähnelt es einer Kombination aus Oliven und Kapern.
Als Zierpflanze wurde häufig eine Hybride mit der Kolchischen Pimpernuss Staphylea colchica Stev. (oder diese Art selbst) angepflanzt.
Standort
Die Gemeine Pimpernuss gedeiht an Hängen und Waldrändern, in krautreichen Buchen-, Ahorn- oder Eichenwäldern.
Die Gemeine Pimpernuss braucht kalk- und nährstoffreichen, lockeren, steinigen und sickerfeuchten Lehm- oder Lössboden mit guter Mullauflage in Lagen mit mildem Klima und ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit.
Verbreitung & Vorkommen
Dieser ostsubmediterrane, subozeanische Nanophanerophyt kommt im südöstlichen Mitteleuropa vor.
In Mitteleuropa ist sie ursprünglich vorhanden wohl nur am Übergang vom Oberrhein zum Hochrhein, im Bodenseegebiet und an der Donau von Ulm bis nach Niederösterreich, am Vierwaldstätter- und am Walensee und am Alpenrhein. Ihr Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Südosteuropa bis nach Kleinasien. Zum Ostteil ihres Verbreitungsgebiets gehören der Karpatenbogen, die niederschlagsreichen Sudeten und die schlesische Tiefebene. Sie findet sich auch in Naturschutzgebieten in den Niederen Beskiden rund um Dukla, in den Karpaten im Nationalpark Magura und in der Region Jura bei Złoty Potok.
Weit nördlich ihres natürlichen Vorkommens in Mitteleuropa werden zwei Wuchsorte am Spitzhut bei Hildesheim beschrieben. Diese Vorkommen gehen auf Anpflanzungen "florenfremder Baum- und Straucharten" zurück, die schon im Zuge der Aufforstungen der nördlichen Mittelgebirge in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts der "Verschönerung" der Wälder dienten.
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