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Wiesen-Kerbel

Anthriscus sylvestris (L.) Hoffm.

Der Wiesen-Kerbel ist eine ausdauernde oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist hohl und gefurcht.

Die zwei- bis dreifach gefiederten Laubblätter sind 15 bis 30 Zentimeter lang und besitzen einen dreieckigen Umriss. Die Fiederblättchen sind eiförmig und fiederspaltig.

Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Viele Blüten stehen in doppeldoldigen Blütenständen zusammen. Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind weiß.

Die Spaltfrüchte sind Doppelachänen, die in zwei Teile zerfallen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Der Wiesen-Kerbel ist eine Halbrosettenpflanze mit einer Wurzelrübe.

Auf stark gedüngten Fettwiesen prägt der Wiesen-Kerbel oft gemeinsam mit dem Scharfen Hahnenfuß (Ranunculus acris) das Erscheinungsbild im Frühjahr. Besonders gefördert wird die Art durch das Ausbringen von Jauche.

Blütenökologisch handelt es sich um „Nektar führende Scheibenblumen“ vom Heracleum-Typ. In den zusammengesetzten Dolden finden sich neben zwittrigen auch männliche Blüten; die Pflanze ist also andromonözisch. Es finden sich Blütenbesucher aller Art ein, besonders aber Käfer.

Es erfolgt vor allem Zufallsausbreitung durch Huftiere d. h. die Früchte werden mit dem Futter aufgenommen und gelangen mit dem Dung zurück auf die Wiese. Außerdem erfolgt eine Verbreitung als Austrocknungsstreuer; es wird eine Streuweite bis 1 Meter erreicht. Fruchtreife ist von Juli bis September.

Von Landwirten wird die Pflanze nicht geschätzt. Nur in jungem und nicht blühendem Zustand gibt der Wiesenkerbel ein wenig nahrhaftes Futter. Im Heu ist er auf Grund seiner harten Stängel wertlos. Aufgrund seines starken Wachstums ist er außerdem in der Lage, für Landwirte wertvollere Wiesenpflanzen zu verdrängen.

Verwendung in der Küche

Der Wiesen-Kerbel hat einen etwas herberen Geschmack als der Echte Kerbel, mit einem leichten Aroma von Möhren. Er wird zum Würzen von Salaten, Quark, Wildkräutersuppen verwendet. Junge Blätter wurden früher außerdem zu einem Wildgemüse gekocht.

Es ist allerdings zu beachten, dass eine Verwechslungsgefahr mit dem sehr giftigen Gefleckten Schierling und dem betäubenden Hecken-Kälberkropf besteht.

Standort

Als Stickstoffzeiger wächst er an sonnigen bis halbschattigen Standorten in frischen, nährstoffreichen bis überdüngten Wiesen sowie an Wald- und Gebüschrändern und in Hochstaudenfluren. Er ist in Mitteleuropa eine Art der Ordnung Arrhenatheretalia, kommt aber auch in Gesellschaften der Glechometalia-Ordnung oder des Arction-Verbands vor.

Verbreitung & Vorkommen

Der Wiesen-Kerbel ist in Mitteleuropa häufig und weit verbreitet. Er kommt von den Tallagen bis an die Waldgrenze in den Alpen vor.

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