Die Kleinblütige Akelei ist ausdauernd und wird 10 bis 45 cm hoch. Sie entwickelt wenige grundständige Blätter, ihr Stängel ist aufrecht, 1 bis 1,5 mm dick, unten fast kahl und oben etwas drüsig-flaumhaarig und meist unverzweigt. Die Blätter sind bis zu 12 cm lang gestielt und doppelt dreiteilig. Die Teilblättchen sind lang gestielt, verkehrt-eiförmig oder fast rundlich, mit keilförmigem Grund, gelappt oder gekerbt, selten ganzrandig, graugrün, unterseits kahl und oberseits fast kahl. Die obersten Stängelblätter sind ungeteilt und sitzend. Die Blüten sind gestielt, nickend und blauviolett, ihre Stiele sind bis zu 10 cm lang. Die Blütenhüllblätter sind länglich-eiförmig, 15 bis 19 mm lang und 7 bis 9 mm breit und zugespitzt.
Die Nektarblätter sind röhrenförmig, 8 bis 10 mm lang und 6 bis 9 mm breit. Der Sporn ist 7 bis 10 mm lang und 2 bis 3 mm breit, fast gerade und flaumhaarig. Die Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Es entwickeln sich fünf Balgfrüchte mit 6 bis 7 mm langen Griffeln. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Es ist wirksam gegenüber Pilzen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Standort
Die Kleinblütige Akelei gedeiht auf warmen, kalkreichen, lockeren, lehmigen Steinböden im Saum von Gebüschen (Ordnung Origanetalia) und in Steinschutthalden (Verband des Petasition paradoxi und des Seslerion albicantis).
Verbreitung & Vorkommen
Ihr Verbreitungsgebiet reicht in den Ost- und Südalpen von Norditalien bis zur Schweiz, Österreich, Deutschland und Slowenien. Der Schwerpunkt liegt aber in den Südalpen. In Deutschland gedeiht sie in Höhenlagen zwischen 900 und 1800 m.
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