Gewöhnliches Eisenkraut
Das Echte Eisenkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die auch seltener einjährig wächst. Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 75 cm. Die Pflanze hat vierkantige, verzweigte Stängel.
Vom Mai bis zum ersten Frost trägt sie winzige, rot- oder hellviolette Blüten in schlanken Ähren. Die Blüten sind in traubig angeordneten Thyrsen zusammengefasst. Die Kronröhre ist 3 mm lang, der Kronsaum zweilippig und präsentiertellerförmig. Die Spaltfrüchte zerfallen in vier Klausen.
Das Eisenkraut ist eine Halbrosettenpflanze, die mit spindelförmiger, verzweigter Wurzel bis 60 cm tief im Boden sitzt. Die Blüten sind homogame „Lippenblumen“. Nektar wird vom Diskus in der Blüte abgesondert und von einem Haarring verdeckt. Die Pollen-Entleerung erfolgt von 7 bis 12 (selten bis 14) Uhr. Die Blüten werden von Bienen bestäubt. Auch eine Selbstbestäubung ist erfolgreich. Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober.
Der schräg aufrecht stehende Kelch umschließt die Klausen, dient als Windfang und fällt zur Reife mit diesen ab. Die Pflanze ist damit ein Wind- und Tierstreuer; auch Klebausbreitung und Menschenausbreitung sind möglich. Durch Trittausbreitung wird die Pflanze zudem zum Kulturrelikt.
Verwendung in der Heilkunde
Das Eisenkraut hat vor allem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins Altertum zurückreicht. Es wurden ihm insbesondere harntreibende, Gallenfluss anregende und antirheumatische Wirkungen nachgesagt. Trotz mehrfacher pharmakologischer Untersuchungen aller bekannten Inhaltsstoffe konnte eine eindeutige pharmazeutische Wirkung nicht gesichert nachgewiesen werden. Deshalb werden Eisenkrautpräparate heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt. Eisenkraut ist wohl aber ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel.
Verwendung in der Küche
In der Region um Le Puy-en-Velay in Südfrankreich wird unter dem Namen Verveine de Velay ein Schnaps mit verdauungsfördernder Wirkung hergestellt.
Standort
Das Eisenkraut schätzt sonnige, geschützte Lagen mit mäßig nährstoffreichen und schwach sauren, sandigen Lehm- und Ton-Böden und hat im Sommer einen hohen Wasserbedarf. Sie ist eine unauffällige, aber ausdauernde Pflanze und wächst gerne an Wegen, Hecken und Schuttplätzen.
Nach Ellenberg ist das Eisenkraut eine Klassencharakterart der Kriechstraußgras-Rasen und der Flutrasen (Agrostietea stoloniferae). Es ist ein Alteinwanderer (Archäophyt): Als Kulturbegleiter bzw. als Kulturrelikt ist es seit der Jungsteinzeit z. B. in der Nähe von menschlichen Siedlungen bzw. von Burgen nachweisbar.
Inhaltsstoffe
Als Inhaltsstoffe konnten die Iridoid-Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch Verbascosid nachgewiesen werden. Eisen enthält die Pflanze allerdings nicht.
Aus derselben Gattung (Verbena)
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