Der Flügel-Spindelstrauch wächst als sommergrüner Strauch, erreicht Wuchshöhen von 2 bis 3 Meter und wächst langsam. Im Winter treten die kantigen, mit Korkleisten besetzten Zweige besonders zum Vorschein durch das fehlende Laub. Die Rinde ist grau bis grünlich. Die Pflanze ist giftig. Seine gegenständigen, kurz gestielten Laubblätter sind einfach länglich eiförmig und etwa 3 bis 6 cm lang mit gesägtem Blattrand. Im Sommer fällt der Strauch mit seinen grünen Blättern kaum auf, ist eher unscheinbar. Das ändert sich aber im Herbst, wenn er leuchtend rote Blätter bekommt. Aufgrund dieser spektakulären karminroten Herbstfärbung wird diese Pflanzenart in Amerika auch „Burning Bush“ genannt.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Dann besitzt er grüngelbe, sehr reiche, aber unscheinbare, vierzählige Blüten. Attraktive purpurfarbene, vierfächerige Kapselfrüchte mit von einem orangefarbenen Arillus umhüllten Samen kann man im September bis Oktober bewundern.
Der Korkflügelstrauch hat mittlerweile als Zierstrauch Einzug in viele Gärten gehalten. Er ist schattenverträglich, lässt sich gut zurückschneiden und ist winterhart. Er wächst auf allen durchlässigen, nicht zu trockenen Gartenböden, wobei er einen sonnigen bis halbschattigen Standort bevorzugt.
Der Verzehr von Samen führt zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Dabei kann es zu einer starken Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen. Die Glykoside wirken außerdem auf die Herzmuskulatur. Auch Nierenschädigungen, Kreislaufkollaps, Benommenheit und Leberschwellungen gehören zu den Symptomen, die bei dem Verzehr der Früchte auftreten. Vergiftungen treten vor allem bei Kindern auf, die sich von den attraktiv aussehenden Früchten verführen lassen. Dabei kann es zu Leber- und Nierenschäden, je nach Schweregrad auch zum Tod kommen. In der Literatur finden sich unterschiedliche Angaben darüber, welche Dosis bereits tödlich wirkt. Alle Krankheitszeichen können noch 18 Stunden nach dem Verzehr der giftigen Pflanzenteile auftreten. Zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen gehören das Auslösen von Erbrechen sowie die Verabreichung von Aktivkohle. Weitere Maßnahmen sind Magenspülungen, die Verabreichung von Mucilaginosa, um die Reizung des Magen-Darm-Traktes zu mindern, und Gabe von Barbituraten und Benzodiazepinen, um den Krämpfen entgegenzuwirken.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Alkaloide, Herzglykoside (Cardenolide), Glycerintriacetat, Triterpenglykoside |
Folgesymptome
Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen, Krämpfe, Koliken, Leberschädigung, Nierenschädigung, blutiger Durchfall, Schock
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser
Inhaltsstoffe
Alle Pflanzenteile des Geflügelten Spindelstrauches sind giftig. Vor allem in den Samen befinden sich herzwirksame Steroidglykoside (Cardenolide) z.B. Evonin. Außerdem die giftigen Triterpenglykoside: Evonosid, Evobiosid, Evomonosid, das Glycerintriacetat Triacetin, Koffein und Theobromin. Die Rinde enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe und Phlobaphene.
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