Echter Thymian
Echter Thymian (Thymus vulgaris) ist eine Pflanzenart der Gattung der Thymian (Thymus), in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Er ist ein ausdauernder, stark verzweigter Halbstrauch, der Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimeter erreicht. Die Zweige sind niederliegend oder aufsteigend, vierkantig, verholzt und kurz behaart. Die kreuzgegenständigen Laubblätter sind sitzend oder kurz gestielt und schmal elliptisch. Ihre Oberseite ist graugrün gefärbt, die Unterseite filzig grauweiß behaart und der Rand zurückgerollt.
Die kleinen Blüten sind in Scheinquirlen angeordnet, die sich in zylindrischen Köpfchen an den Enden der Zweige befinden. Die fünf Kronblätter sind weiß oder rosafarben und zu einer zweilippigen Krone verwachsen. Die Oberlippe ist wenig glockig, die Unterlippe weist drei breite Lappen auf. Die Früchte sind kugelförmige Nussfrüchte.
Verwendung in der Heilkunde
Als wertgebender Inhaltsstoff ist der medizinische Einsatz von ätherischem Thymianöl durch die Kommission E gegen Katarrhe der oberen Luftwege, bei Bronchitis und Keuchhusten anerkannt worden. Ätherisches Thymianöl wirkt im Laborversuch nachweislich antibakteriell und antiviral. Insofern werden zahlreiche Präparate aus Thymian zur Inhalation und inneren Anwendung auf dem Markt bei Erkältung angeboten. Allein die Inhalation eines einfachen Aufgusses mit Thymiankraut (als Gewürz erhältlich) ist bei einer Bronchitis sehr wohltuend.
Verwendung in der Küche
Thymian spielt in der mediterranen Küche und von dort weltweit ausgehend eine ausgesprochen vielfältige Rolle als Gewürzpflanze in den diversesten Gerichten.
Keimdauer 10-18 Tage.
Pflanzabstand 20x20cm.
Die Thymian-Sorte „Deutscher Winter“ ist mehrjährig und winterhart. Sie gedeiht am besten in lockerem, leicht sandigen Boden und geschützter Lage. Alte Pflanzen alle 2-3 Jahre durch Teilung verjüngen. Geerntet wird vor Beginn der Blütezeit und anschliessend im Schatten getrocknet.
| Aussaat | Mär–Aug |
| Saatort | Direktsaat |
| Saattiefe | 1 cm |
| Keimtemperatur | 15–20 cm °C |
| Ernte | Mai–Dez |
Gute Nachbarn
Thujon ist ein Nervengift, das in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe (Konvulsionen) hervorrufen. Auch andere Symptome, wie z. B. Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die nach Einnahme thujonhaltiger alkoholischer Getränke beobachtet werden konnten, wurden diesen Wirkstoffen zugeschrieben. Eine psychotrope Wirkung ist bei diesen Werten äußerst unwahrscheinlich.
Inhaltsstoffe
Thymian enthält in geringen Mengen! das Nervengift Thujon. Eine psychotrope Wirkung ist bei diesen Werten allerdings äußerst unwahrscheinlich. Unter den Thujonen (Absinthol, Tanaceton) versteht man eine Gruppe bicyclischer Monoterpen-Ketone, farblose Flüssigkeiten mit mentholartigem Geruch. Als Bestandteil ihrer ätherischen Öle sind Thujone unter anderem in Thuja, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, Beifuß und im Echten Salbei enthalten.
Es gibt sechs definierte Chemotypen des Echten Thymians, die sich nach den variierenden Gehalten verschiedener ätherischer Öle richtet. Die Verteilung und Häufigkeit der einzelnen Chemotypen innerhalb eines Bestands hängt insbesondere von genetischen und klimatischen Bedingungen ab. Die Chemotypen werden nach ihrem jeweiligen Hauptbestandteil benannt:
Der Geraniol-Chemotyp
Der Linalool-Chemotyp
Der ?-Terpineol-Chemotyp
Der Trans-thuyanol-4-terpineol-4-Chemotyp
Der Carvacrol-Chemotyp
Der Thymol-Chemotyp
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