Weiße Lupine
Die Weiße Lupine ist eine einjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 100 (selten 180) Zentimetern erreicht. Die Stängel sind oben verzweigt und anliegend seidig-zottig behaart.
Die Blätter sind fünf- bis neunzählig gefingert. Die Fiederblättchen sind kurz gestielt und haben eine verkehrt-eiförmige Gestalt. Die der unteren Blätter sind 2,5 bis 3,5 Zentimeter lang und 1,4 bis 1,8 Zentimeter breit, die der oberen sind vier bis sechs Zentimeter lang und ein bis 1,5 Zentimeter breit. Alle sind spitz, sind oberseits kahl und unterseits anliegend behaart. Die Nebenblätter sind borstenartig.
Blüten und Früchte
Die Blüten stehen in fünf bis zehn Zentimeter langen, lockeren Trauben. Die Einzelblüten sind deutlich gestielt und sind wechselständig an der Traubenachse angeordnet.. Die Deckblätter der Blütenstiele sind hinfällig. Der Kelch ist acht bis neun Millimeter lang. Die Oberlippe des Kelchs ist ungeteilt bis leicht zweizähnig, die Unterlippe ist ungleich dreizähnig und etwas länger als die Oberlippe. Die Krone ist 15 bis 20 Millimeter lang und weiß, an der Spitze des Schiffchens bläulich. Die Narbe ist kugelig und trägt an der Basis einen Haarkranz. Blütezeit ist in Mitteleuropa von Juni bis September.
Die Hülsenfrüchte sind sechs bis zehn Zentimeter lang und 11 bis 20 Millimeter breit. Sie stehen aufrecht, sind geschnäbelt, steifhaarig und gelb. Sie enthalten jeweils vier bis sechs Samen, die rundlich viereckig mit einer Seitenlänge von acht bis 14 Millimetern sind. Die Oberfläche ist glatt, matt und gelblich weiß.
Sie dient als Grün- oder Trockenfutterpflanze oder als Gründüngung. Alkaloidarme Sorten werden auch als Körnerfutter verwendet.
In ihren traditionellen Anbaugebieten werden die Samen nach einer Bearbeitung, bei der Bitterstoffe entfernt werden, auch für die menschliche Ernährung genutzt: dem Brotmehl können 10 bis 20 Prozent Lupinenmehl zugemischt werden.
Mindestens die Wildformen der Lupinen sind giftig durch Chinolizidin-Alkaloide (Lupinan, Hydroxilupinan), besonders die Samen. Beim Menschen kommen Vergiftungen durch die Samen selten vor. Sie lösen Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen, Kreislaufstörungen u.a. aus. Auch Todesfälle wurden beschrieben.
Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurden bitterstoff- und alkaloidarme Sorten gezüchtet, die sich als eiweißreiches Grünfutter für die Viehzucht und als Nahrung für den Menschen eignen.
| Giftstoffe | Lektine (Lectine), Chinolizidin-Alkaloide |
Folgesymptome
Erbrechen, Lähmungserscheinungen, Krämpfe, Atmungsstörungen, Atemlähmung, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Lähmung der Extremitätenmuskulatur
Verbreitung & Vorkommen
Die Weiße Lupine ist im westlichen Mittelmeergebiet heimisch. In Mitteleuropa wird sie angebaut und verwildert selten. Dann ist sie auf Feldern und Ruderalstellen auf kalkarmen, sandigen Böden in wärmeren Lagen zu finden. Die Art ist weniger kalk- und frostempfindlich als die Gelbe Lupine (Lupinus luteus). Sie entwickelt sich schneller und liefert höhere Erträge, sie braucht aber für die normale Entwicklung mehr Wärme.
Inhaltsstoffe
Die Pflanzen wie die Samen enthalten giftige Chinolizidin-Alkaloide. Dabei werden zwei Chemotypen unterschieden: Bitterlupinen mit 0,3 bis 3 Prozent Alkaloide in den Samen, sowie Süßlupine mit 0,004 bis 0,01 Prozent Alkaloide im Kraut.
Das Hauptalkaloid sind Lupinin mit 47%, 13-Hydroxylupinan mit 42% und Spartein mit 10% des Alkaloidgehaltes.
Vergiftungen sind wahrscheinlich auch auf die Lupinen-Lektine zurückzuführen.
Im Kraut kommt auch noch Multiflorin in nennenswerten Mengen vor.
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