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Gewöhnlicher Rispen-Eisenhut

Aconitum degenii subsp. paniculatum (Arcang.) Mucher
Giftpflanze Alpenpflanze Giftig ⚠️

Der Rispen-Eisenhut wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 300 cm. Der aufrechte oder überhängende Stängel ist ausgebreitet verzweigt. Die oberen Stängelteile sind die klebrig, flaumig-drüsig behaart. Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter besitzen unterseits eine deutliche Netznervatur.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September . Die Vorblätter sind lineal. Die Blütenstiele sind abstehend drüsig behaart. Die zygomorphen Blüten sind blauviolett und auf dem Rücken drüsig behaart. Der Helm ist höchstens so hoch als breit. Die gebogenen Nektarien erreichen den Helmgipfel und der Stiel der Nektarblätter ist gebogen. Die Samen sind braun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 32.

Alle Teile der Pflanze sind sehr giftig. Aconitum-Arten gelten als giftigste Pflanzen Europas. Die Knolle enthält zwischen 0,2 und 3 % Aconitin, je nach Jahreszeit und Größe. Das Gift öffnet die Natriumkanäle der Zellen und bewirkt eine unkontrollierte Dauererregung, die bis zur völligen Erschöpfung der Zellfunktion führt.
Bei kurzzeitigem Kontakt des Gifts mit der Haut werden die Nervenzellen erregt, sodass sich Wärmegefühl, Brennen und Prickeln einstellen. Bei längerer Exposition geht die Erregung in Taubheit und Lähmung über. Selbiges äußert sich bei oraler Aufnahme – Prickeln über Taubheit bis Lähmung der Zunge und Lippen. Bei Einnahme kommt es zu Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, Darmkoliken, nervöser Erregung, Ohrensausen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Krämpfen (z. B. Schlingkrämpfen) sowie in schweren Fällen zu Lähmungen. Der Herzrhythmus beschleunigt sich und der Tod tritt meistens infolge einer Lähmung der oberen Atemmuskulatur ein. Verantwortlich ist eine Blockade der Muskelendplatten durch das Gift.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilWurzel oder Knolle, Samen
GiftstoffeAlkaloide, Aminoalkohole, Isochinolin-Alkaloide

Erste Symptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Mundtrockenheit, Brennen im Mund /Rachenraum, kalter Schweiß, Schweißausbrüche, Empfindungsstörungen, Frösteln, Prickeln im Mund, Kälteempfindlichkeit, Kribbeln in Fingern/Zehen, Blutdrucksenkung (Hypotonie), Blutdruckerhöhung (Hypertonie)

Folgesymptome

Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Ohrensausen, Lähmungserscheinungen, Kribbeln in Fingern/Zehen, Hörstörungen, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), Blutdrucksenkung (Hypotonie), Blutdruckerhöhung (Hypertonie), erhöhter Harndrang, Atemlähmung, kalter Schweiß, Temperaturabfall (Hypothermie), Gelbgrünsehen, Arrhythmien, Blutdruckabfall, Hypothermie

Symptome bei Hautkontakt

Erbrechen, Frösteln, kalter Schweiß, Lähmungserscheinungen, Mundtrockenheit, Schleimhautreizung, Schweißausbrüche, Übelkeit, Nesselsucht, Brennen auf der Haut, Taubheitsgefühle, Wärmegefühl

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser

Standort

Auf den Rispen-Eisenhut kann man in Schluchten und Grauerlenwäldern subalpiner Hochstaudenfluren treffen .

Verbreitung & Vorkommen

Für den Rispen-Eisenhut werden Fundorte in Österreich, im südlichen Deutschland, in der Schweiz, im nordwestlichen früheren Jugoslawien, nördlichen Italien und südöstlichen Frankreich angegeben .

Inhaltsstoffe

Eisenhut-Arten zählen zu den giftigsten Pflanzen der Erde. Der Blaue Eisenhut und seine nahen Verwandten sind Europas giftigste Pflanzen. Sie enthalten toxische Diterpen-Alkaloide, die sich in allen Pflanzenteilen finden. Im Wesentlichen handelt es sich um die Alkaloide Aconitin, Benzoylnaponin, Hypaconitin, Lycaconitin und Neopellin, die in unterschiedlichen Konzentrationen nachweisbar sind. Außerdem die Aminoalkohole Aconin(durch Zerfall in wässriger Lösung aus Aconitin), Napellin, Neolin und Lycoctonin. Daneben sind in manchen Arten noch Isochinolin-Alkaloide oder Katecholamine enthalten. Ferner Picroaconitin, Mesaconitin.

Aus derselben Gattung (Aconitum)

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