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Tannen-Bärlapp

Huperzia selago (L.) Bernh. ex Schrank & Martens

Der Tannenbärlapp ist ein immergrüner Chamaephyt. Er bildet eine VA-Mykorrhiza aus; der Vorkeim und junge Stadien der Sporenpflanze leben parasitisch auf dem Wurzelpilz (Mykoheterotrophie), der der Gattung Glomus angehört. Der Vorkeim, das Prothallium, parasitiert unterirdisch jahrelang auf den Pilzhyphen und wird erst nach 10-12 Jahren geschlechtsreif. Die Sporen werden als Körnchenflieger durch den Wind ausgebreitet, sie sind zu Tetraden vereinigt.
Die Sprosse der ausdauernden Pflanze werden zwischen 5 und 30 Zentimeter lang, sind gabelig verzweigt und aufgerichtet. Die Äste sind spiralig benadelt, wovon sich der Trivialname des Tannenbärlapp ableitet. Die Sporangien sind nicht zu Sporenähren vereinigt, sondern stehen hier einzeln in den Achseln von Tragblättern in der Mitte der Jahrestriebe; die Triebe können trotzdem ungehindert weiterwachsen. Danach kann der Ast aber gewöhnlich weiterwachsen.

Die Sporenreifezeit dauert von Juli bis Dezember.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 264.
Verwechslung
Der Tannenbärlapp kann mit Lycopodium-Arten verwechselt werden, die aber einen kriechenden Hauptspross besitzen.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch die reichlich an den Sprossenden gebildeten Brutknospen, die an Tieren anhaften bzw. bei Berührung bis 1 m weit abspringen können, sowie durch die Bildung von Tochtersprossen am älteren oder beschädigten Sprossen.

Verwendung in der Heilkunde

Huperzin A wird zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt.

Die ganze Pflanze ist durch Huperzin A (Selagin) und andere Alkaloide stark giftig. Die Giftwirkung ist stärker als bei Lycopodium clavatum. Symptome sind u.?a. Schwindel, Taumeln und Bewusstlosigkeit; bei Pferden sind schon Todesfälle aufgetreten.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
GiftstoffeAlkaloide

Folgesymptome

Erbrechen, Schwindel, Bewusstlosigkeit, Schlundreiz

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser

Standort

Als Standort bevorzugt die Pflanze mäßig frische bis trockene, magere, lichte Stellen in bodensauren Wäldern. In Mitteleuropa ist sie vor allem in den Nadelwäldern der Gebirge, jedoch auch von der Tallage bis über die Waldgrenze verbreitet, aber nicht häufig. Er ist in Mitteleuropa eine Piceetalia-Ordnungscharakterart.
In den Alpen kommt er bis fast 3000 m Höhe vor. In den Allgäuer Alpen steigt er am Rauhhorn und am Vorderen Fürschießer in Bayern bis zu 2200 m Meereshöhe auf.

Verbreitung & Vorkommen

Der Tannenbärlapp ist zirkumpolar verbreitet. Er kommt in Europa, Asien (hier zerstreut), Nordamerika und auch in den tropischen Hochgebirgen und auf der Südhalbkugel in Südaustralien, Tasmanien und Neuseeland sowie auf den Falklandinseln und Tristan da Cunha vor. In Europa erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet von Norwegen bis zu den Pyrenäen und Nordspanien, den Apennin und die Balkan-Halbinsel, weiter nach Osten kommt er nur noch selten vor. Der Tannenbärlapp dringt im Norden in die Arktis vor, sogar bis zur Nordküste von Grönland und bis Spitzbergen.

In Österreich kommt der Tannenbärlapp zerstreut vor außer in den Bundesländern Wien und Burgenland von der montanen bis subalpinen Höhenstufe.

Inhaltsstoffe

Huperzin A (Selagin) und andere Alkaloide.

Aus derselben Familie (Bärlappgewächse)

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