Blaue Lupine
Die Schmalblättrige Lupine ist eine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 40 bis 80 Zentimeter erreicht. Der behaarte Stängel ist rund, aufrecht und von hellgrüner Farbe. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, beidseitig behaart und fünf- bis siebenfach handförmig eingeschnitten. Die einzelnen Abschnitte sind länglich verkehrt-eiförmig oder lanzettlich. Als Blütenstände werden endständige Trauben gebildet. Die zygomorphen, blauen Schmetterlingsblüten stehen auf kurzen Stielen. Die Spitze des Schiffchens ist oft purpur-violett. Blütezeit ist von Mai bis August. Als Früchte werden dicht behaarte, gerade Hülsen gebildet, die vier bis sieben Samen enthalten.
Verwendung in der Küche
Alkaloidarme Samen können auch von Menschen gegessen werden, sie enthalten etwa 25% Fett und 40% hochwertiges Eiweiß, unter anderen auch die beiden essentiellen Aminosäuren Methionin und Tryptophan.
Die gerösteten Samen können und wurden früher als Kaffeeersatz verwendet.
Gründünung
Beim Menschen kommen Vergiftungen durch die Samen selten vor. Sie lösen Erbrechen, Krämpfe, Lähmungen, Kreislaufstörungen u.a. aus. Auch Todesfälle wurden beschrieben.
Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurden bitterstoff- und alkaloidarme Sorten gezüchtet, die sich als eiweißreiches Grünfutter für die Viehzucht und als Nahrung für den Menschen eignen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Lektine (Lectine), Chinolizidin-Alkaloide |
Folgesymptome
Erbrechen, Atmungsstörungen, Atemlähmung, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Lähmung der Extremitätenmuskulatur
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser
Standort
Sie gedeiht auf sandigen, kalkarmen, feuchten Böden und steht an Wald-, Straßen- und Wegrändern.
Verbreitung & Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum. In Afrika kommt sie natürlich in Algerien, Ägypten und Marokko vor, in Asien in Israel, dem Libanon, in Syrien und in der Türkei, in Europa auf Zypern, in Bulgarien, den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, Griechenland mit Kreta, Italien mit Sardinien und Sizilien, in Frankreich mit Korsika, Portugal und Spanien. Sie wurde als Zierpflanze in Mitteleuropa eingebürgert, schon bevor am Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Anbau begonnen wurde. Sie ist heute in ganz Mitteleuropa zu finden.
Inhaltsstoffe
Die Wildformen der Lupinen sind giftig durch Chinolizidin-Alkaloide (Lupinan, 13-Hydroxilupinan, Angustifolin), Tigoloylolupanin, Albin, alpha-Isolupanin, Ammodendrin, Anagyrin und Spartein besonders in den Samen.
Vergiftungen sind wahrscheinlich auch auf die Lupinen-Lektine zurückzuführen.
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