Die mehrjährige krautige Pflanze hat einen kräftigen, aufrechten und erst im oberen Teil verzweigten Stängel. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 100 Zentimeter. Das dicke Rhizom wächst horizontal.
Bereits kurz nach der Schneeschmelze erscheinen die gelblich-grünen bis kupferroten Blattriebe aus dem Boden. Die herzförmigen Blätter am Grund haben einen welligen Rand und können bis zu 50 Zentimeter lang werden. Diese sind wie die lanzettlichen Stängelblätter lang gestielt.
Die Pflanze trägt eine lange, verzweigte Rispe die dicht quirlig die Blüten enthält. Die sechsblättrigen Hüllblätter sind grünlich. Zur Fruchtzeit sind die inneren Hüllblätter (ohne Schwielen) zu rotbraunen, ganzrandigen Fruchtklappen vergrößert.
Die Frucht ist durch die bleibenden Hüllblätter mit einem dreiflügeligen Flugapparat versehen.
Die Blütezeit ist von Juni bis August.
Die Pflanze ist die Charakterart der Alpen-Ampfer-Lägerflur (Rumicetum alpini).
Aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure wird der Alpen-Ampfer vom Vieh nicht gerne gefressen. Die Pflanze verdorrt auch nicht so rasch wie andere Pflanzen, so dass sie bei der Heumahd störend ist. Zusätzlich hat die Pflanze ein sehr widerstandsfähiges Rhizom. Überdies können die Samen bis zu 13 Jahre keimfähig bleiben. Er gilt daher als lästiges und schwer auszurottendes Weideunkraut.
Der Alpen-Ampfer wird im Österreichischen auch als Butterpletschen bezeichnet, da Butter häufig in den Ampferblättern eingeschlagen wurde. Im inneralpinen salzburgischen Raum gibt es auch die Bezeichnung Foissen für diese Pflanze, die ein ausgezeichneter, aber ungeliebter Bodenkolonisator ist.
Verwendung in der Heilkunde
In der Volksmedizin wurde der Wurzelstock, ähnlich wie Rhabarber, als Abführmittel genutzt.
Verwendung in der Küche
Früher wurde die Blätter des Alpen-Ampfer gekocht und wie Sauerkraut eingemacht. So lieferten sie ein wertvolles und eiweißreiches Schweinefutter, aber auch Notkost für Hungerjahre, da er in Gruben viele Jahre haltbar war.
Standort
Der Alpen-Ampfer ist in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas beheimatet und zwischen einer Höhe von 1200 bis 2600 Meter über NN anzutreffen.
Als Standort werden Hochstaudenfluren, Bauernhöfe, Vieh-Läger, Siedlungen, feuchte und nitratreiche Böden bevorzugt.
Verbreitung & Vorkommen
Die Art ist in Schottland und Nordamerika eingebürgert.
Aus derselben Gattung (Rumex)
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