Der Zweiblütige Steinbrech bildet als immergrüne krautige Pflanze lockere Polster und erreicht einschließlich des Blütenstandes Wuchshöhen zwischen 3 und 25 cm. Die Sprosse sind niederliegend bis aufsteigend. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind dicklich, bei einem Durchmesser von nicht mehr als etwa 4 mm fast kreisrund und auch an der Spitze abgerundet sowie höchstens punktiert. Sie werden 5 bis 9 mm lang und 3 bis 6 mm breit. Sie sind sitzend und tragen gewöhnlich auf der Oberseite an der Spitze nur eine einzige Hydathode; unterseits sind sie oft rot.
Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die dunkelvioletten Blüten stehen zu zweit bis sechst (bis acht) an einem Stiel. Die Kelchblätter sind am Rande kurz drüsig bewimpert und 2 bis 4 mm lang. Die Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Die Staubbeutel sind orange-gelb, selten ganz schwarz. Die Kronblätter sind lanzettlich bis verkehrt eiförmig, kurz und breit genagelt, stumpf oder etwas spitz, 4 bis 10 mm lang, purpurrosa bis violett, selten weiß. Der Fruchtknoten ist fast ganz unterständig mit breitem Diskus. Die Fruchtkapsel ist kugelig und 4 bis 6 mm lang. Die Samen sind eiförmig, 1 bis 1,2 mm lang und braun.
Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 26.
Standort
Sie wächst auf feuchten Feinschuttböden und zieht kalkarme Böden vor. Sie ist eine Charakterart des Saxifragetum biflorae (Verband: Drabion hoppeanae).
Verbreitung & Vorkommen
Der Zweiblütige Steinbrech kommt fast ausschließlich in den Höhenlagen der Zentralalpen (Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich) vor. Ostalpen, Seealpen. Angaben aus dem Allgäu beziehen sich nach neueren Untersuchungen auf Hybriden Saxifraga ×kochii zwischen Saxifraga biflora und Saxifraga oppositifolia.
Der höchste Fundort ist am Südgrat des Doms in der Mischabelgruppe (Wallis) mit 4450 m dokumentiert.
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