Der Seguier-Hahnenfuß ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 15 Zentimetern erreicht. Die aufrechten bis bogig aufsteigenden Stängel sind anfangs weiß-zottig behaart und später kahl werdend.
Die Grundblätter entspringen unterirdisch in etwa 3 bis 10 Zentimeter Tiefe. Sie sind dunkelgrün, gestielt und bis zum Grund drei- bis fünfteilig mit mehrfach geteilten spitzzähnigen Blattabschnitten. Die ein bis drei Stängelblätter sind den Grundblättern ähnlich jedoch kleiner und zuweilen ungeteilt.
Ein bis drei Blüten, die etwa 20 bis 25 Millimeter breit werden befinden sich auf ungefurchten, stielrunden Blütenstielen. Die Blüte setzt sich aus fünf weißen, breit eiförmigen Kronblättern sowie kürzeren, kahlen Kelchblättern zusammen. Die fünf bis 10 Nüsschen werden zwischen 3 und 5 Millimeter lang (ohne Schnabel gemessen) und sind zwischen zwei bis vier Millimeter breit. Die kugeligen Früchte sind deutlich netznervig.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.
Die Art ist diploid, ihre Chromosomenzahl ist 2n = 16.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Glykoside (Glycoside), Protoanemonin |
Erste Symptome
Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum
Folgesymptome
Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen
Symptome bei Hautkontakt
Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken
Standort
Die Pflanze besiedelt bevorzugt feuchten, kalkhaltigen, mergeligen Felsschutt in der alpinen Zone. Sie wachsen in Höhenlagen bis 2400 Meter.
Verbreitung & Vorkommen
Ihr Hauptverbreitungsgebiet umfasst die Südwestalpen und Westalpen (Provence bis Dauphiné), Bergamasker Alpen, Südtirol und Krain. Seltener kommt die Pflanze in Kärnten und Osttirol (hier potentiell gefährdet) vor. Isolierte Vorkommen befinden sich den Berner Alpen und im südlichen Französischen Jura, ferner im Zentral-Apennin.
Inhaltsstoffe
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.
Aus derselben Gattung (Ranunculus)
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