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Saat-Leindotter

Camelina sativa (L.) Crantz

Der Leindotter ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 cm erreicht. Der Stängel verzweigt sich im oberen Drittel im spitzen Winkel mit aufrecht stehenden Seitentrieben. Die wechselständigen und spiralig am Stängel angeordneten Laubblätter sind lanzettlich. Die Wurzel ist dünn und spindelförmig.

Der Leindotter bildet von Mai bis Juli traubige Blütenstände. Auf 4 bis 8 mm langen Stielen sitzen zwittrige, vierzählige Blüten. Die vier Kronblätter sind meist hell- bis dunkelgelb. Durch eine besondere Anatomie der sechs Staubgefäße und der Narbe erfolgt beim Leindotter meist Selbstbefruchtung.

Acht bis 16 gelbliche bis rötliche, 1 bis 2 mm große, tonnenförmigen Samen entwickeln sich in jedem birnenförmigen, spitzen Schötchen, das beim Reifen nicht aufplatzt. Die Samen sind meist 1,7 bis 2,0 mm lang und haben ein Tausendkorngewicht (TKG) von 1 bis 1,5 g.

Der Leindotter wird wegen seiner negativen Beeinflussung des Leins gerne als Beispiel für Allelopathie aufgeführt. So konnte Grümmer nachweisen, dass die Keimung des Leins allein durch Stängel- oder Wurzelextrakte des Leindotters stark beeinflusst wird.

Die Blüten sind unscheinbare „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen sowie durch spontane Selbstbestäubung. Blütezeit ist von Mai bis August.

Die hartschaligen Schötchen sind Wind- und Tierstreuer. Die Samen tragen im feuchten Zustand eine Schleimhülle, die der Klebausbreitung durch Bodenhaftung bei dieser ehemaligen Steppenpflanze auch hemmend entgegensteht. Dazu erfolgt eine Menschenausbreitung als Agrikulturrelikt. Die Samen haben 30-35 % fettes Öl und sind nur 1-2 Jahre keimfähig. Fruchtreife beginnt ab Juni.

Die Stängel werden bis heute in geringen Mengen zur Papierproduktion verwendet.

Verwendung in der Heilkunde

Im südösterreichischen Raum wird das Öl (Sprachgebrauch: „Dotteröl“) häufig als wirksames Hausmittel genutzt. Oral eingenommen soll es die Immunabwehr stärken, eingerieben fördert es die Wundheilung und soll arthrotische Beschwerden lindern.

Verwendung in der Küche

Die Samen wurden traditionell vor allem im Ernährungsbereich genutzt. Sie dienten gemeinsam mit Leinsamen und Weizen als wichtige Zutaten für Brot und Getreidebrei.

Zusammensetzung von Leindotteröl[1]
Fettsäure Anteil in Prozent
Linolensäure 40
Linolsäure 20
Eicosensäure 20
Andere Fettsäuren 20

Die Samen enthalten 28 bis 42 Prozent Öl mit einem sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Das Öl wird durch Schneckenpressen aus den reifen Samen gewonnen und hat eine, nach dem Absetzen der dunklen Farbpartikel, gelbe Farbe. Es ähnelt in Farbe und Geschmack dem Rapsöl. Für die Ernährung ist das Öl vor allem aufgrund des hohen Anteils an ?-Linolensäure wertvoll, während der Anteil an Erucasäure unter 4 Prozent liegt.

Wie beim Raps gibt es beim Leindotter sowohl Winter- als auch Sommerzuchtformen. Er wird wie Öllein extensiv bewirtschaftet. Die in Mitteleuropa übliche Sommerform wird im März bis April ausgesät und im Juli geerntet. Sie ist tolerant gegenüber Trockenheit und Frosteinbrüchen und ist in der Bodenwahl sehr anspruchslos. Sowohl auf Sand- wie auf stark kalkhaltigen Böden ist ein Anbau möglich, der Nährstoffbedarf liegt bei etwa 100 kg Stickstoff pro Hektar. Die Erträge liegen bei 20 bis 35 dt/ha (2,0 bis 3,5 t/ha).

Mit einer Vegetationsphase von nur 120 Tagen kann Leindotter auch als Zwischenfrucht verwendet werden. In den letzten Jahren wurden zudem Untersuchungen mit Leindotter in Mischkultur mit Getreide durchgeführt. Als extensive Kulturpflanze und durch seine Eignung zum Anbau in Artenmischungen ist Leindotter für den ökologischen Landbau interessant.

Verbreitung & Vorkommen

Leindotter ist als Kultur- und Wildpflanze in Südostasien sowie in Süd- und Mitteleuropa beheimatet.

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