Der Indianertabak ist eine einjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter erreicht. Der Stängel ist verzweigt und behaart. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind sitzend oder kurz gestielt. Die Blattspreite ist eiförmig-oval mit gezähntem Rand.
Die endständigen, traubigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die zwittrige Blüte ist zygomorph. Die blauen oder weißen Kronblätter sind 6 bis 8 Millimeter lang. Die Blütenkrone ist zweilippig, mit einer aus zwei abstehenden Zipfeln bestehenden Ober- und einer dreizipfligen auf der Innenseite behaarten Unterlippe. Zur Zeit der Fruchtreife ist der Blütenbecher aufgebläht.
Verwendung in der Heilkunde
Getrockneter Indianertabak enthält etwa 6 % verschiedene Alkaloide, darunter das Hauptalkaloid Lobelin, das in den Wurzeln, Stängeln und Blättern enthalten ist. Parenteral eingenommen, zeigt es einen stimulierenden Einfluss auf die Atmung. Früher wurden die Droge und deren Zubereitungen als Antiasthmatikum eingesetzt. Da Lobelin ähnliche Eigenschaften wie Nicotin besitzt, jedoch unangenehme Begleiteffekte wie z. B. Brechreiz aufweist, ist es häufig Bestandteil von Raucherentwöhnungsmitteln. Nach oraler Aufnahme wird Lobelin schnell zu unwirksamen Verbindungen abgebaut, so dass mit Vergiftungen kaum zu rechnen ist. Trotz ihres deutschen Trivialnamens hat diese giftige Pflanzenart mit der Gattung Tabak aus Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), botanisch gesehen nichts zu tun.
Der Indianertabak wurde in der traditionellen Heilkunde verschiedener Indianerstämme verwendet. Die Wurzel wurde zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten und Geschwüren eingesetzt, die zerriebenen Blätter gegen verschiedene Hauterkrankungen und als Gegenmittel zu vermeintlicher Hexerei. Die Blätter wurden auch in religiösen Zeremonien geraucht.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Alkaloide, Piperidin-Alkaloide, Piperidin-Alkaloide |
Erste Symptome
Krämpfe
Folgesymptome
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atmungsstörungen, Atemlähmung, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), Blutdrucksenkung (Hypotonie), erhöhter Harndrang, Angst, Arrhythmien, Darmkrämpfe, erhöhte Atemfrequenz, Magenreizung
Symptome bei Hautkontakt
Schleimhautreizung
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen auslösen, viel warmen Tee trinken
Standort
Als Standort bevorzugt Indianertabak offene Wälder.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Indianertabak erstreckt sich über die Ostküste Nordamerikas und das Gebiet der Großen Seen.
Inhaltsstoffe
6 % verschiedene Alkaloide
Aus derselben Gattung (Lobelia)
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