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Kopf-Segge

Carex capitata L.

Die Kopf-Segge ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 25 Zentimetern. Sie besitzt kein Ausläufer und bildet kleine, feste Horste. Die starr aufrecht Stängel sind dreikantig, und unter dem Blütenstand fühlbar rau.

Die Kopf-Segge ist eine einährige Segge. Das dichtblütige Ährchen ist kugelig mit einer Länge von bis zu 8 Millimetern. Die Schläuche sind 2,3 bis 3 Millimeter lang und bis zu 2 Millimeter breit, sie laufen in einen kurzen Schnabel aus, der länger ist als die Spelzen. Es sind zwei Narben vorhanden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 50.

Bei der Kopf-Segge handelt es sich um einen Hemikryptophyten. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.

Standort

Die Kopf-Segge wächst auf nassen, mäßig sauren, aber nährstoffreichen Untergrund. Sie besiedelt daher vor allem Zwischen- und Flachmoore, sie geht aber auch in Schlenken junger Hochmoore.

Obwohl eine Neuansiedlung unwahrscheinlich ist, darf man sie doch nicht völlig ausschließen, denn ihre Früchte werden durch ziehende Wasservögel ausgebreitet.

Die Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl L9 = Vollichtpflanze; Temperaturzahl T4 = Mäßigwärme- bis Kühlezeiger; Kontinentalitätszahl K7 = subkontinental bis kontinental, gemäßigtes Steppen- bis Steppenklima zeigend; Feuchtezahl F8w = Feuchte- bis Nässezeiger; Feuchtewechsel = stark wechselnde Feuchte zeigend, Wechselfeuchtezeiger; Reaktionszahl R7 = Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger; Stickstoffzahl N1 = stickstoffärmste Standorte anzeigend; Salzzahl S0 = nicht salzertragend; Schwermetallresistenz = nicht schwermetallresistent.

Verbreitung & Vorkommen

Carex capitata ist auf der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika verbreitet. In Skandinavien kommt die Kopf-Segge noch bestandsbildend vor. In Mitteleuropa muss die Kopf-Segge als Eiszeitrelikt angesehen werden. In Mitteleuropa ist sie schon seit der Jahrhundertwende selten und nur von wenigen Fundorten des Alpenvorlands und aus Tirol bekannt. Die Kopf-Segge wurde außerhalb der Alpen durch Trockenlegen von Mooren vermutlich vernichtet, und sie hat heute vermutlich in Mitteleuropa keinen Dauerwuchsort mehr. In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands wurde die Kopf-Segge 1996 als ausgestorben oder verschollen bewertet. Mit Sicherheit sind die Standorte im Bayerischen Alpenvorland und im Bodenseegebiet seit etwa 1950 nicht mehr bestätigt worden. Eventuell gibt es noch Vorkommen bei Nauders im oberen Inntal.

Aus derselben Gattung (Carex)

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