Carex dioica ist bei Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern „kleinwüchsig“. Sie bildet bis zu 10 Zentimeter lange Ausläufer, aber keine Horste. Die Stängel sind stehen einzeln und aufrecht.
Carex dioica ist zweihäusig (diözisch); sie bildet rein weibliche und rein männliche Exemplare aus. Die Stängel enden an der Spitze in einem bis etwa 1,5 Zentimeter langen, ährigen Blütenstand. Die Schläuche der weiblichen Blüten sind ungefähr 1,5 mm breit und 3,5 mm lang sind ellipsoid-linsenförmig und beiderseits zugespitzt, sowie ziemlich plötzlich in einen kurzen Schnabel verschmälert. Die darumliegenden Spelzen sind kaum kürzer als die Schläuche. Im reifen Zustand stehen die Früchte waagerecht ab. Der weibliche Blütenstand ist länglich-eiförmig und an der rotbraunen Farbe der Spelzen erkenntlich. Die männlichen Ähren sind dagegen schlank zylindrisch und weisen hellbraune Spelzen auf.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52.
Die Zweihäusige Segge ist ein niedriger Rhizom-Geophyt mit einem kriechenden Rhizom, der sich auch vegetativ durch Ausläufer vermehren kann. Die borstenförmigen Laubblätter können als Trockenheitsanpassung gedeutet werden.
Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die Schläuche unterliegen der Schwimmausbreitung mit einer Schwimmdauer von über 15 Monaten; daneben erfolgen eine Klettausbreitung und eine Wasserhaft-Ausbreitung durch Vögel. Die schwimmfähigen Früchte werden durch ihre leichte Klebwirkung zumeist durch Vögel oder durch das Wasser ausgebreitet.
Standort
Die basenholde Zweihäusige Segge besiedelt zumeist nährstoffarme Moore (Flach- und Zwischenmoore) und Moorwälder, aber auch moorige Wiesen entlang von Gewässern, manchmal auch an moorigen Streuwiesen. Sie kann pflanzensoziologisch als Kennart der Assoziation Campylio-Caricetum dioicae angesehen werden.
Die Zweihäusige Segge wächst auf schlammig-nassen, basenreichen, oft etwas kalkhaltigen und daher nur mäßig sauren, torfigen Böden.
Verbreitung & Vorkommen
Die Zweihäusige Segge ist vorwiegend ein boreal-arktisches, zirkumpolares Florenelement. Sie kommt in Eurasien von Portugal im Westen bis Sibirien und die zentralasiatischen Gebirge vor. Sie kommt vereinzelt bis nach Westasien vor. Sie fehlt weitgehend im Norden Europas bis zum Nordkap und auf Island, ebenso in Südeuropa, beispielsweise in Italien südlich der Alpen. Im Tiefland Mitteleuropas, vor allem westlich der Elbe, ist sie selten; in den niederschlagsreichen Mittelgebirgen sehr selten; im Bayerischen Wald, im Alpenvorland und in den tiefen Lagen der Alpen (bis etwa 1700 Metern) kommt sie zerstreut vor, ohne dass auffällige Bestände entstehen. In den Alpen steigt sie bis auf Höhenlagen von über 2000 Metern.
Aus derselben Gattung (Carex)
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