Das große Schöllkraut (Chelidonium majus) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Chelidonium aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).
Das große Schöllkraut ist eine zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 70 cm erreicht. Sie bildet ein ästiges Rhizom. Der Milchsaft ist gelb-orange. Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt. Die grüngraue, durch einen dünnen Wachsfilm wasserabstoßend bereifte Blattspreite ist buchtig eingekerbt, die an der Unterseite heller ist und eine leichte Behaarung aufweist.
Diese Pflanzenart blüht von Mai bis Oktober. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig und etwa 2 cm groß. Die zwei Kelchblätter fallen früh ab. Die vier Kronblätter sind gelb. Es sind zwölf bis viele freie Staubblätter vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe. Die dünne, zweiklappige Kapselfrucht weist eine Länge von 5 cm auf und enthält wenige bis viele eiförmige, schwarze Samen.
Verwendung in der Heilkunde
Nach altem Volksglauben ist die Pflanze Sinnbild für ein ausgeglichenes Leben. Man empfahl daher zum Beispiel Cholerikern die getrockneten Wurzeln der Pflanze um den Hals zu tragen.
Das große Schöllkraut hat sich seit langer Zeit als Heilpflanze bewährt.(Dr.Loges). Die darin enthaltenden Alkaloide, Flavone und Bitterstoffe wirken vor allem auf Leber und Galle.
Bei innerer Anwendung, zum Beispiel als Tee, fördern die Inhaltsstoffe den Gallefluss, regen die Leberfunktion an und haben eine entkrampfende Wirkung. In der Volksmedizin wird der Saft der Pflanze äußerlich bei Hauterkrankungen wie Warzen verwendet. Die eiweißauflösende, antivirale Wirkung unterstützt dabei die Heilung. Hierzu wurden auch Salben hergestellt (Glaucina). Der Saft sowie die Salbe wirken stark reizend.
Schöllkrautbestandteile sind in dem umstrittenen Krebsmittel Ukrain enthalten.
Homöopathie
Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten die Anregung der Gallen-, Pankreas- und Darmtätigkeit, auch in Zusammenhang von ekzematösen Hautkrankheiten.
Kommission C* (s. Quellen):... Anregung von Stoffwechselprozessen, insbesondere bei Störungen des Leber-Galle-Pankreas-Systems und deren psychischen Begleitsymptomen (z.B. Akute und subakute depressive Störungen)
Salbe: Ekzeme.
Augentropfen: Anregung der Tränensekretion bei trockener Bindehautentzündung und Reiz- und Ermüdungszuständen.
hepa-loges® Injektionslösung Dr.Loges
enthält die homöopathischen Wirkstoffe Taraxacum D4, Quassia amara D6, Lycopodium D4, Myrica cerifera D5 und Chelidonium D4. hepa-loges® Injektionslösung enthält auch Wirkstoffe aus dem großen Schöllkraut und fördert so die Leberfunktion und hilft auf natürliche Weise bei Galleleiden. Alle verwendeten Heilpflanzen kommen in besonderem Maße Leber und Galle zu Gute. Der Löwenzahn (Taraxacum) ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde zur Anregung der Galleproduktion in der Leber bekannt. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Besserung von Beschwerden bei Leber-Galle-Störungen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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Das große Schöllkraut ist giftig. Das Verschlucken der Pflanze führt zu schweren Reizungen des Magen-Darm-Traktes. Entsprechend äußern sich die Symptome in Brennen, Schmerzen, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Kreislaufstörungen. In schweren Vergiftungsfällen kann es zum Tod durch Kreislaufversagen kommen. Schöllkraut steht auch im Verdacht, toxische Leberschäden (Hepatitis, Cholestase bis hin zum Leberversagen) hervorzurufen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Wurzel oder Knolle, Saft / Milchsaft |
| Giftstoffe | Alkaloide |
Erste Symptome
Übelkeit, Erbrechen, Herz-Kreislauf-Störungen, Brennen im Mund /Rachenraum
Folgesymptome
Erbrechen, Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darm-Störungen, verlangsamter Puls (Bradykardie), Schmerzen, Nierenschädigung, blutiger Durchfall, Kreislaufkollaps, Benommenheit, bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)
Symptome bei Hautkontakt
Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser
Standort
Es wächst in der Nähe von menschlichen Wohnstätten, etwa auf Schuttplätzen, an Wegesrändern und sogar in Mauerspalten, bis ins Gebirge.
Verbreitung & Vorkommen
Ursprünglich kam es in den gemäßigten und warm-temperierten Gebieten Europas und Asiens sowie im Mittelmeerraum vor. Nach Nordamerika wurde es von Siedlern mitgenommen, die es als Heilmittel bei Hautkrankheiten verwendeten.
Inhaltsstoffe
Ca. 30 verschiedene nachgewiesene Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der unterirdischen Teile liegt dabei bei ca. 3 %, bei den oberirdischen Teilen immerhin noch bei 1,3%. Im Kraut überwiegt das Alkaloid Coptisin mit etwa 1,1%, während in der Wurzel Chelidonin mit 1,2% dominiert. Ein weiteres wichtiges Alkaloid der unterirdischen Teile ist Chelerythrin mit knapp 1%. Die wichtigsten sind Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Spartein, Chelidoxanthin und Sanguinarin.
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