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Kanadisches Berufkraut

Conyza canadensis (L.) Cronquist

Beim Kanadischen Berufkraut handelt es sich um eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die schlank aufrecht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimetern erreicht, an günstigen Standorten auch mehr. Sie wurzelt über 1 m tief. Der Stängel ist erst im Bereich des Blütenstandes verzweigt.

Die dicht stehenden, wechselständigen Laubblätter sind linealisch bis lineal-lanzettlich mit einer Breite von maximal 1 Zentimeter. Die unteren, rosettig stehenden Laubblätter sind ein wenig breiter als die oberen, schmal oval oder schmal spatelförmig und auch häufig grob gezähnt. Stängel und Blätter sind locker zottig behaart.

In einem rispigen Gesamtblütenstand stehen die in der Regel sehr zahlreichen Blütenkörbchen (über 100 bis zu einigen Tausend). Die Blütenkörbchen sind etwa 3 bis 4 mm lang. Die unbehaarten Hüllblätter stehen in zwei bis drei undeutlichen Reihen, die inneren sind etwas länger als die äußeren.

Jedes Blütenkörbchen enthält 50 bis 65 Blüten. Die zwittrigen Röhrenblüten sind gelblich bis grünlich, die 25 bis 45 randlichen Zungenblüten weißlich oder grünlich, ab und zu auch mit einem Violettstich. Die Zungenblüten sind nur einige Millimeter lang, mehr oder weniger aufrecht und überragen die Hülle nur um etwa 1 mm. Die Blütezeit geht in Europa von Juli bis Oktober.

Bei Reife bildet sich auf den um 1 mm langen Achänen ein schmutzigweißer Pappus aus einfachen und gezähnten Haaren von 2 bis 3 mm Länge.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

In den Blüten findet vermutlich Selbstbestäubung statt.

Varietäten von Conyza canadensis waren die ersten durch extremen Selektionsdruck durch Glyphosat in den USA entstandenen und nachgewiesenen sogenannten Superweeds. Man nimmt an, dass sie im Zusammenhang mit der Kultur glyphosat-resistenter (GR)-Sojabohnen auftauchten.

Verwendung in der Küche

Von April bis Juli können die Blätter in Kräutermischungen, Kräuterbutter oder Kräutersalz verwendet werden. Der Geschmack ist würzig bitter.

Standort

Das Kanadische Berufkraut kommt allgemein verbreitet in lückigen Unkrautfluren, in Pflasterfugen, an Schuttplätzen, Wegen, Dämmen, in Äckern und Brachen oder in Schlägen oder Brandflächen des Waldes vor.
Es gedeiht auf mäßig stickstoffreichen, vorzugsweise sandigen Böden. Das Kanadische Berufkraut ist eine Wärme liebende Lichtpflanze und es fehlt demgemäß in Gegenden mit rauem Klima. Nach Ellenberg ist sie eine Ordnungs-Charakterart der Rauken-Gesellschaften oder annueller Ruderalgesellschaften (Sisymbrietalia). Nach Oberdorfer ist sie in Mitteleuropa eine schwache Charakterart des Conyzo-Lactucetum serriolae aus dem Verband Sisymbrion.

Verbreitung & Vorkommen

Das Kanadische Berufkraut ist in den USA und im südlichen Kanada beheimatet. Exemplare wurden Mitte des 17. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt und sind verwildert. Mitte des 18. Jahrhunderts war der Neophyt schon über ganz Mitteleuropa verbreitet. Heute ist das Kanadische Berufkraut weltweit verschleppt worden und tritt nur in den Tropen, Subtropen und in der Arktis seltener auf.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält ätherische Öle mit Limonen und Gerbstoffe.

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