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Die Erdmandel (Cyperus esculentus), auch als Tigernuss bekannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Zypergräser (Cyperus) in der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie ist in den Tropen und Subtropen bis nach Nordamerika beheimatet. Als historischer deutschsprachiger Trivialname ist auch die Bezeichnung Erdnuss belegt.

Die Erdmandel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 60 cm (selten bis 100 cm) erreicht. Sie bildet lange, unterirdische Ausläufer (Stolonen) mit knolligen Verdickungen, die Durchmesser von bis zu 15 mm besitzen. Die aufrechten Stängel sind dreikantig und haben einen weißen Streifen. Die hellgrünen, V-förmigen, parallelnervigen, einfachen Laubblätter sind 5 bis 10 mm breit.

Der Blütenstand enthält zahlreiche lange, laubblattähnliche Hochblätter und bis zu 10 cm lange Ähren. Diese weisen am Rücken gerundete, gelblich-braune Spelzen mit deutlichen Nerven auf. Die Blüten sind weiß. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Im Gegensatz zu den Rhizomen und Knollen der üblichen Wurzelunkräuter bleiben die Knollen der Erdmandel nach der Trocknung noch über Jahre keimfähig. Dies begünstigt eine Verbreitung über landwirtschaftliches Gerät. Eine weitere Verbreitung erfolgt über Feldmäuse, die sie als Wintervorrat in ihren Bau verschleppen. Die Knollen sind nicht frosthart, da sie jedoch in einer Tiefe von 10–30 cm liegen, sterben sie nur bei starkem Dauerfrost ab.

In den Niederlanden haben sich daraus seit 1970 problematische Massenvorkommen als Ackerunkraut entwickelt. Seit 1984 gibt es dort gezielte Bekämpfungsprogramme.

Verwendung in der Heilkunde

Erdmandelflocken werden bei Darmträgheit oder auch als Reduktionskost genutzt, da das Hungergefühl durch die Ballaststoffe unterdrückt wird.

Verwendung in der Küche

Die braunen, runden, erbsengroßen, stark ölhaltigen Knollen (es sind die Verdickungen der Stolonen) sind essbar und werden in Südeuropa und Westafrika gehandelt. Die Knollen sind in Frankreich als Amandes de terre bekannt, in Spanien als Chufa. Der Geschmack der Knollen erinnert an Haselnüsse oder Mandeln.

Erdmandeln wurden von den Arabern im 8. Jahrhundert nach Spanien eingeführt. In der Region Valencia wird die Erdmandel im Landkreis Huerta Norte angebaut. Dort wird aus den Erdmandeln das Getränk Horchata de Chufa (Erdmandelmilch) hergestellt.

Standort

Die Erdmandel gedeiht auf kalkarmen, schwach sauren, basenreichen, mäßig frischen bis frischen Lehmböden vor allem in Hackfrucht, seltener auch in Halmfrucht, gern auch in Maisäckern. Sie wächst in Mitteleuropa in Maisäckern in den Pflanzengesellschaften des Unterverbands Digitario-Setarienion, aber auch im Aphano-Matricarietum und Chenopodio-Oxalidetum fontanae.

Verbreitung & Vorkommen

In Deutschland hat sie sich vereinzelt im Oberrheingebiet und im Alpenvorland eingebürgert.

Inhaltsstoffe

Erdmandeln bestehen zu mehr als 25% aus Fett, aus etwa 30% Stärke und zu 7% aus Eiweiß. Sie enthalten viel ungesättigte Fettsäuren wie Linolsäure, Vitamin H und Rutin sowie viele Mineralstoffe.

Aus derselben Gattung (Cyperus)

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Aus derselben Familie (Riedgrasgewächse)

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