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Rosmarin-Seidelbast

Daphne cneorum L.

Vegetative Merkmale

Der Rosmarin-Seidelbast ist eine verholzende Pflanze, wächst als Kleinstrauch (Nanophanerophyt) und erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 30 Zentimetern. Die Rinde der Zweige ist anliegend grau behaart.

Die Laubblätter sind sitzend und wechselständig angeordnet, an den Zweigenden schopfig gehäuft. Die kahlen, immergrünen, ledrigen Blattspreiten sind bei einer Länge von 1 bis 2 Zentimetern sowie einer Breite von 3 bis 5 Millimetern länglich bis spatelförmig. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die -unterseite bläulich.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von März bis Mai. Die Blüten stehen zu mehreren in endständigen Köpfen zusammen. Die stark nach Nelken duftenden, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Das Perigon ist rosafarben; die Perigonröhre ist außen dicht anliegend behaart.

Die Steinfrüchte sind bläulich gelb oder rötlich und beginnen ab August zu reifen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Der Rosmarin-Seidelbast wird in Steingärten als Zierpflanze verwendet.

Rosmarin-Seidelbast ist wie alle Daphne-Arten durch den Gehalt an Daphnetoxin stark giftig.
Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Krämpfe, Blutungen und Brennen in der Kehle. Von diesem würgenden und brennenden Gefühl stammt auch der Name „Kellerhals“, vom mittelhochdeutschen ?kellen? also quälen. Die enthaltenen Alkaloide wirken durchblutungsfördernd, weshalb bei Berührung der frischen Zweige Hautreizungen und blasige Geschwüre möglich sind. Das enthaltene Daphnin wirkt außerdem halluzinogen.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilBeere, Rinde
GiftstoffeCumarine, Diterpenester

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Brennen im Mund /Rachenraum, Fieber, Lähmungserscheinungen, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), Nierenschädigung, blutiger Durchfall, Schock, Durst, Atemnot, Pupillenverengung

Symptome bei Hautkontakt

Blasenbildung, Hautreizung, Niesen, Rötung, Schleimhautreizung, Übelkeit, Brennen auf der Haut, Gewebsnekrose

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken

Standort

Die kalkliebende Pflanze bevorzugt als Standort Kiefernwälder, Trockenrasen und Felsflure. Sie ist eine Charakterart der Ordnung Erico-Pinetalia.

Verbreitung & Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirge Mittel- und Südeuropas von den Pyrenäen bis zum Balkan sowie in östlicher Richtung bis zur Ukraine. Der Rosmarin-Seidelbast ist in Österreich zerstreut bis selten in den Bundesländern Burgenland, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten von der collinen bis montanen Höhenstufe verbreitet.

Inhaltsstoffe

Die ganze Pflanze ist durch Daphnin, Mezerein und Daphnetoxin stark giftig.

Aus derselben Gattung (Daphne)

Alle Pflanzen der Gattung Daphne

Aus derselben Familie (Seidelbastgewächse)

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