Färberdistel - Carthamus tintorius

Familie: Asteráceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Ölpflanze Färberpflanze

<b>Färberdistel - <i>Carthamus tinctorius</i></b>
Färberdistel - Carthamus tinctorius
Bildquelle: Wikipedia User Pseudoanas; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

andere Namen: Saflor, Öldistel, Färbersaflor, Falscher Safran


Färberdistel - Carthamus tinctorius; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Färberdistel - Carthamus tinctorius; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Pseudoanas">Wikipedia User Pseudoanas</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Die Färberdistel ist eine schnellwachsende, distelähnliche, einjährige, krautige Pflanze. Aus einer Blattrosette mit kräftiger Pfahlwurzel bildet sich ein verzweigter Hauptspross, der Wuchshöhen von 60 bis 130 (30-150) Zentimetern erreicht. Ihre stacheligen, länglichen Laubblätter mit einer Länge von 10-15cm und einer Breite von 2,5-5 cm laufen am Stängel herab. Sie wächst am besten in fruchtbaren und durchlässigen Böden, da sie tiefgehende Pfahlwurzeln ausbildet.

Die körbchenförmigen Blütenstände sitzen am Ende jeder Sprossachse und jeden Seitentriebs, haben 3-5 cm Durchmesser und enthalten 20 bis 150 fünfzipfelige, orangefarbene Röhrenblüten. Die unterständigen, zweiblättrigen Fruchtknoten bilden eine Samenanlage. die Färberdistel bildet Achänen als Früchte. Der Schalenanteil der Nussfrüchte beträgt 30-60%, der Ölgehalt zwischen 20 und 40% der Trockenmasse.


Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als Arzneipflanze gilt die Färberdistel in Asien, insbesondere China. Die Blütenblätter werden dort für Teeaufgüsse genutzt. In klinischen Studien wurden Wirkungen unter anderem bei Leukämie, Migräne und Hepatitis beobachtet.
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Färberdistel - Garten/Anbau

Der Anbau erfolgt auf tiefgründigen, gut drainierten Böden mit neutraler Bodenreaktion. Aussaat- und Erntezeit richten sich nach den sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Anbauregionen, sowohl Sommer- als auch Winteranbau werden praktiziert. Nährstoff- und Wasserbedarf der Kultur gelten als hoch, zudem ist eine wirksame Unkrautbekämpfung während des Rosetttenstadiums wichtig. Zahlreiche pilzliche Schaderreger können die Pflanze schädigen, eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln ist in den USA und Australien teilweise möglich, in Deutschland dagegen bei dieser Kultur nicht zulässig. Zur Ölgewinnung werden die Samen bei Vollreife mit herkömmlichen Mähdreschern geerntet

Sonstiges

Die Färberdistel wird vor allem für das aus den Samen gewonnene Färberdistelöl angebaut, das wegen seiner sehr hohen Anteile an der mehrfach ungesättigten Linolsäure (ca. 75%) und an Vitamin E als sehr wertvoll für die menschliche Ernährung gilt. Daneben wird das Öl für die Herstellung von Farben und Lacken verwendet, die Pressrückstände (Presskuchen) dienen als Tierfutter. Die Ölverarbeitung ist der von Sonnenblumenöl sehr ähnlich.

Aus den Blütenblättern können Farbstoffe gewonnen werden, und zwar das rot färbende Carthamin (ein Benzochinon) und der gelbe Blütenfarbstoff Carthamidin. Der wasserlösliche Farbstoff wird durch Auswaschen aus den Blütenblättern gelöst, dann getrocknet und das Saflorrot in alkalischer Lösung gewonnen. Seide, Wolle und Baumwolle lassen sich je nach Farbmenge rosa, kirschrot, braunrot oder braungelb färben, der gelbe Farbstoff ist allerdings nicht lichtecht. Vereinzelt werden die Farbstoffe auch für Kosmetika und als Lebensmittelfarbstoff, z. B. in Fruchtgummi, verwendet.

Aufgrund des hohen Preises für Safran wird die Färberdistel auch als Fälschung für dieses Gewürz verwendet. Die Blütenblätter der Färberdistel lassen sich mit bloßem Auge von den fadenförmigen Narbenlappen des Safrans unterscheiden. Bei echtem Safran sind die Narbenschenkel zwei bis drei Zentimeter lang, trichterförmig eingerollt und oben eingekerbt.

Als Zierpflanze für den Garten sowie als Schnitt- oder Trockenblumen wurden auch stachellose Sorten gezüchtet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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