Koloquinte - Citrullus colocynthis

Familie: Cucurbitaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze mediterrane Pflanze verwildernde Zierpflanze

<b>Koloquinte - <i>Citrullus colocynthis</i></b>
Koloquinte - Citrullus colocynthis
Bildquelle: Wikipedia User Llez; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_002.JPG


andere Namen: Pomaquinte, Alhandal (von arabisch al-ḥanẓal, الحنظل), Koloquintenkürbis, Bitterkürbis, Purgiergurke, Teufelsapfel

Im Jahr 2012 wurde die Koloquinte in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Koloquinte - Citrullus colocynthis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Editor at Large">Wikipedia User Editor at Large</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Koloquinte - Citrullus colocynthis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_001.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_001.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_001.JPG</a>Koloquinte - Citrullus colocynthis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_004.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_004.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis_004.JPG</a>Koloquinte - Citrullus colocynthis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Sikanderalisyed">Wikipedia User Sikanderalisyed</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis1.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis1.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Citrullus_colocynthis1.jpg</a>

Die Koloquinte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit Knollen. Sie wächst niederliegend oder kletternd, wird bis zu zehn Zentimeter hoch und kann einen Durchmesser von zwei Meter überwachsen. Die Blätter sind gestielt und drei bis neun Zentimeter lang und ebenso breit. Sie sind handförmig drei- bis fünffach gelappt, haben einen herzförmigen Blattgrund. Die Spreite ist beidseitig behaart. Die Ranken sind einfach oder verzweigt.

Die Blüten stehen einzeln meist in Blattachseln. Sie sind meist gelb. Der Fruchtknoten enthält 20 bis 50 Samenanlagen. Der einfache Griffel trägt eine dreilappige Narbe. Blütezeit ist im Mittelmeergebiet Mai bis September.

Die Frucht ist eine fleischige, grüne, weiße oder gelbe Panzerbeere von 25 bis 70 (selten 120) Millimeter Länge und 25 bis 80 (selten 120) Millimeter Breite.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.


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Homöopathisches Arzneimittel
Anwendungsgebiete:
Registriertes homöopathisches Arzneimittel ohne Indikation.
Die Wirkung leitet sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab.
Pharmakologische Eigenschaften


Chelidonium majus – Schöllkraut
Schöllkraut ist in gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens heimisch und gehört zur Familie der Mohngewächse. Blätter und Stängel sondern bei Verletzung der Pflanze einen gelblichen Saft ab. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit zu Gallesaft wurde sie nach der mittelalterlichen Signaturenlehre den Leber-Galle Mitteln zugeordnet. Tatsächlich wird die Droge bis heute bei Beschwerden im oberen Verdauungstrakt eingesetzt. Chelidonium majus enthält über 20 verschiedene Alkaloide, die wichtigsten sind Chelidonin, Coptisin und Berberin. Sie wirken krampflösend, gallesaftfördernd und schwach schmerzstillend.
Traditionell wird frischer Schöllkrautsaft äußerlich gegen Warzen eingesetzt.
Homöopathische Verdünnungen werden für Leber-Galle Beschwerden aber auch Augenleiden und Rückenschmerzen verwendet. Zu den Modalitäten gehören Traurigkeit und Angst, Trägheit, sowie Abneigung gegen geistige Tätigkeit.

Colocynthis – Koloquinte
Die Koloquinte gehört zur Familie der Kürbisgewächse und wird auch als Bittergurke oder Purgiergurke bezeichnet. Die Schalen und Früchte schmecken bitter und werden seit der Antike als Mittel bei Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Gelbsucht, Wurmbefall und vielem mehr eingesetzt.
Wirksamer Bestandteil sind die bitteren Cucurbitacine. Sie wirken Schleimhaut reizend und haben vielfache pharmakologische Wirkungen. In höheren Dosen führen sie zu Vergiftungserscheinungen.
In der Homöopathie hat Colocynthis sich als Mittel bei allen krampfartigen Beschwerden der Verdauungsorgane, bei Menstruationsbeschwerden, Durchfällen, Übelkeit und Brechreiz bewährt.
Weitere Modalitäten sind: krampfartige Beschwerden nach Ärger oder Wut, Gereiztheit, ständig bitterer Geschmack im Mund, grün gelbe Stühle.

Silybum marianum – Mariendistel
Die Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler, kommt ursprünglich aus Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika und Nordamerika. Pharmakologisch wird sie seit der Antike bei Vergiftungen, insbesondere bei toxischen Leberschäden eingesetzt. Die reifen Früchte enthalten die Flavonolignane Silydianin, Silybin und Silychristin, die kurz zusammengefasst als Silymarin bezeichnet werden. Silymarin stabilisiert die Membran der Leberzellen und schützt sie vor dem Eindringen von Giften und verbessert die Regenerationsfähigkeit der Leber.
In der Homöopathie wird es unter dem Synonym Carduus marianus als Lebermittel eingesetzt.
Neben den typischen Lebersymptomen sind weitere Modalitäten wie rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Stirnkopfschmerz, nächtliches Hautjucken, Traurigkeit und Hypochondrie genannt.

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

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Homöopathisches Arzneimittel bei Erkrankungen der Verdauungsorgane
Tropfen haben eine umfassende therapeutische Wirkung Erkrankungen des Magen-Darm Traktes. Sie wirken
gegen Übersäuerung
krampflösend
gegen Übelkeit
entzündungshemmend

Das Zusammenspiel der homöopathischen Wirkstoffe macht zu einem wertvollen Arzneimittel bei allen Erkrankungen der Verdauungsorgane.
Anwendungsgebiete:
Magen- und Darmkatarrh, Dyspepsie
Pharmakologische Eigenschaften:

Artemisia absinthium enthält als Hauptwirkstoffe die Bitterstoffe Absinthin und Anabsinthin sowie ein ätherisches Öl, das Oleum absinthii. Diese regen die Gallen- und Pankreassekretion an.
Brechwurzel (Cephaelis ipecacuanha) enthält Alkaloide (Emetin, Cephaelin u.a.) und Saponine. Die Ipecacuanha-Alkaloide reizen vor allem die Schleimhäute. Auf diese Weise wird die Drüsensekretion der Verdauungsorgane gesteigert. Brechwurzel (Cephaelis ipecacuanha) eignet sich daher besonders zur Behandlung von Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich.
Die Wirkung von Koloquinte (Citrullus colocynthis) ist auf den Gehalt an Cucurbitacinen zurückzuführen. Diese lösen eine Erregung der Darmmuskulatur aus, und zwar sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm, ein abführender Effekt ist die Folge. Der Hauptwirkstof Colocynthin, ein glykosidischer Bitterstoff, wirkt spasmolytisch auf die glatte Muskulatur, insbesondere im Bereich der Hohlorgane. Die anderen Bestandteile der Droge, Citrullol, Spinasterol und ätherische Öle regen die Gallenfunktion und die Enzymproduktion der Verdauungsorgane an.
Löffelkraut (Cochlearia officinalis) mit seinen Komponenten Glykocochlearin, Bitterstoff, Gerbstoff und Vitamin C wird als Diuretikum und Stomachikum eingesetzt.
Wachholder (Juniperus communis) enthält ätherisches Öl, Gerbstoff und Pektine. Letztere finden bei der Therapie von Diarrhöen und Gastroenteritis Verwendung.

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

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Homöopathisches Arzneimittel bei Magen-Darm-Erkrankungen
Tropfen haben eine umfassende therapeutische Wirkung bei Erkrankungen des Magen-Darm Traktes und der Verdauungsorgane. Sie wirken
krampflösend
gegen Übelkeit
gegen Durchfall
entzündungshemmend
Das Zusammenspiel der homöopathischen Wirkstoffe macht zu einem wertvollen Arzneimittel bei allen Magen-Darm-Erkrankungen und speziell bei solchen, die mit Krämpfen einhergehen.
Anwendungsgebiet
Krämpfe der glatten Muskulatur, insbesondere im Bereich der Bauchregion
Pharmakologische Eigenschaften:
Brechwurzel (Cephaelis ipecacuanha) enthält die Alkaloide Emetin, Cephaelin u.a.. In niedriger Dosis wirken diese anregend auf die Schleimhaut und die Drüsensekretion der Atmungs- und Verdauungsorgane.
Chinin, Chinidin und Cinchonin, Alkaloide der Chinolingruppe, stellen die pharmakologisch bedeutsamsten Bestandteile von Cinchona succirubra dar. Sie lindern Erkrankungen und Spasmen der Gallenwege.
Die Wirkung von Koloquinte (Citrullus colocynthis) ist auf den Gehalt an Cucurbitacinen zurückzuführen. Diese lösen eine Erregung der Darmmuskulatur sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm aus und wirken somit abführend. Der Hauptwirkstoff Colocynthin, ein glykosidischer Bitterstoff, wirkt spasmolytisch auf die glatte Muskulatur, insbesondere im Bereich der Hohlorgane. Die anderen Bestandteile der Droge, Citrullol, Spinasterol und ätherische Öle regen die Gallenfunktion und die Enzymproduktion der Verdauungsorgane an.

Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

Standort

Koloquinte wächst vor allem in gestörter Vegetation, an Flussufern, Flussniederungen, an Straßenrändern usw. bis in 1200 Meter Seehöhe.

Verbreitung/Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Koloquinte ist Nordafrika und Südwestasien. Sie ist jedoch in tropischen und subtropischen Gebieten wie in Australien, Südeuropa, Indien, und Zentralafrika verwildert und eingebürgert.

Heimat

Nordafrika und Südwestasien

Verwendung in der Küche

Die nichtbitteren Samen werden in Afrika gegessen und das aus ihnen gewonnene Öl zum Kochen verwendet.

Giftigkeit

Die Einnahme kann zu Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und blutigen Durchfällen führen. Nierenschäden und eine abortive Wirkung sind möglich. Die Cucurbitacine wirken zytotoxisch und antimitotisch. Die Wirkstoffe gehen in Harn und Muttermilch über und können bei Schwangeren zum Abort führen. Weitere Vergiftungserscheinungen sind Geschwüre, Wanddurchbrüche, Peritonitis, Blutungen der Niere und Harnblasenschleimhaut-Entzündungen. Oft treten Hyperämie im Gehirn, Delirien und Kollaps auf. Der Tod tritt infolge eines Atemstillstandes ein. Verwechselungen der Koloquinte mit Wassermelonen oder Zucchini führten mitunter zu Vergiftungen. Hierbei wurden auch Vergiftungen bei Tieren beobachtet, die die Früchte verzehrten. Die Einnahme von 3 g C. colocynthis ist tödlich. Nach einer Exposition der Haut mit den Wirkstoffen kann es zu einer Blasenbildung kommen. Die Cucurbitacine hemmen die mitotische Zellteilung und wirken daher cytotoxisch.

Inhaltsstoffe

Die Wirkung der Koloquinte beruht auf ihrem Gehalt an freien Cucurbitacinen, Triterpene mit bitterem Geschmack, der bis zu drei Prozent beträgt. Die Cucurbitacine, bei dieser Pflanze B, E und J, liegen in freier und in glykosidischer Form vor. Der Gehalt im Fruchtfleisch beträgt 0,22 %, in den Samen 0,18 %, im Stängel 0,17 % und in den Blättern 0,15 %.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Koloquinte wurde und wird als Medizinialpflanze angebaut, vor allem im Mittelmeergebiet, in Afrika und Indien. Verwendet wird das getrocknete Fruchtfleisch von unreifen, aber ausgewachsenen Früchten. Zu den Anwendungsgebieten in der Volksmedizin zählen Geschwüre, Asthma, Bronchitis, Gelbsucht, Dyspepsie, Verstopfung, Anämie, aber auch Tumoren, Wassersucht, Probleme mit dem Harnablassen, Rheumatismus und Schlangenbisse. Die medizinische Nutzung ist bereits im Papyrus Ebers (1600 v. Chr.) beschrieben. Insbesondere bei Erkrankungen des Bauches ist die Anwendung beschrieben. Salomo ließ gegossene Abbilder der (höchstwahrscheinlich) Koloquinte als Dekoration am Rand um das Eherne Meer herum anbringen (vgl. in der Bibel 1 Kön 7,23–24 ELB). Auch zur Behandlung des Aussatzes galt das Koloquintenmark als geeignet.

Die unerwünschten Wirkungen der Koloquinte waren bereits früh bekannt und wurden im 16. Jahrhundert von dem Wormser Stadtarzt Philipp Begardi deutlich beschrieben: „Coloquint ist eyn boeß gifftige artznei, letziget den magen und die leber, betrübet die andern inwendigen glider auch, zerreißt die adern, schabt die daerm, bringt das krimmen, den bluotfluß, und laem in glidern“.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

In der Homöopathie wird die Pflanze bei Durchfall, Darmkatarrh und chronischem Darmkatarrh angewendet.
Dr. Koll GemmoKomplex Nr. 1Dr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - HaselnussDr. Koll Pflanzenextrakt: Chlorella - Dr. KollGemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze Johannisbeere

Koloquinte - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken; trocken; wechseltrocken;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig nährstoffreich; nährstoffreich;

Sonstige Verwendung

Die seit der assyrischen Zeit kultivierte Pflanze wurde ebenfalls im alten Rom zur Bekämpfung von Nagetieren verwendet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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