Immenblatt - Melittis melissophyllum

Familie: Lippenblütler


Immenblatt Info

Melittis: gr. melitta = Biene (Bienenfutter), imme = Biene; "Im­men­blatt"

Das Immenblatt ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einem kriechenden Rhizom (Hemikryptophyt). Die Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von 20 bis 50 Zentimetern. Die Stängel sind aufrecht und stumpf vierkantig. Die Stängel und Blätter sind dicht mit weichen Gliederhaaren besetzt.

Die Blätter sind 0,5 bis drei Millimeter lang gestielt. Die Spreite ist eiförmig, runzlig, beiderseits behaart und am Rand grob gesägt bis gekerbt.

Die Blüten sitzen zu ein bis dreien in den oberen Blattachseln und sind oft einseitswendig. Der Kelch ist 1,5 bis zwei Zentimeter lang, breit glockig, zehn-nervig, sowie am Rand und auf den Nerven kurz, oft drüsig, behaart. Die Kelchoberlippe ist dreizähnig bis ganzrandig und länger als die zweizähnige Unterlippe. Die Krone ist drei bis 4,5 Zentimeter lang. Sie ist außen meist weiß, die Oberlippe ist weiß oder hellpurpurn und innen punktiert. Die Oberlippe ist ganzrandig, fein drüsig behaart. Die Unterlippe besitzt meist einen leuchtend purpurlila Mittellappen. Manchmal, besonders in Südtirol, ist die Krone reinweiß. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln und Schmetterlinge. Blütenökologisch handelt es sich um proterandrische, nektarführende, nach Honig duftende Lippenblumen.

Die Teilfrüchte sind 3,5 bis vier Millimeter lang, glatt oder behaart. Sie verschleimen feucht.


Verbreitung/Vorkommen

Das Immenblatt wächst in wärmeliebenden Edellaubwäldern der collinen bis montanen Höhenstufe. Es wächst meist auf mäßig frischen, kalkhaltigen, lockeren und humosen Ton- und Lehmböden. Es ist eine Ordnungscharakterart der wärmegebundenen Eichenmischwälder (Quercetalia pubescentis).

Die Verbreitung ist meridional/montan bis südtemperat im ozeanischen Europa. Das Verbreitungsgebiet reicht von der Iberischen Halbinsel, Frankreich und den Britischen Inseln über Deutschland und Italien über Polen und die gesamte Balkanhalbinsel bis ins Baltikum und Zentral- und Südwestrussland.

In Österreich kommt es im ganzen Bundesgebiet mit Ausnahme von Nord-Tirol und Vorarlberg vor. In Deutschland kommt es in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vor, wobei es in den nördlichen Bundesländern als stark gefährdet bis vom Aussterben bedroht eingestuft wird. Auch in der Schweiz ist es heimisch.

Immenblatt Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 20cm bis 50cm
Blütezeit von Mai bis Juni
Lebensraum: Mittelgebirge; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen; wärmeliebend;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: gesägt;
Trockenfrüchte: Nuß
Häufigkeit: sehr selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe max. in den Alpen: 800m
Lichtbedarf: Halbschatten;
Nährstoffbedarf: basenreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer;
Bodenfeuchte: mäßig frisch;

Immenblatt Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Asteridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Tubiflorae - Röhrenblütige
Ordnung:
Lamiales - Lippenblütlerartige
Familie:
Lamiaceae
Gattung:
Melittis
Art:
melissophyllum

Immenblatt Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: mäßig frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)


 

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