Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia

Familie: Asteráceae - Korbblütler

Ambrosia artemisiifolia
Bildquelle: Wikipedia User G-u-t
Kategorie: Heilpflanze Neophyt Allergie auslösende Pflanze

Ambrosia: gr. a-brotos = unsterblich (Speisen der Götter), Nektar und Am­brosia waren die ..., "m" als Laut­füller ; "Trau­benkraut"

andere Namen: Ambrosia, Ambrosie, Beifuß-Ambrosie, Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf

Die Pflanze kann beim Menschen durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit dem Blütenstand heftige Allergien auslösen.
In einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Ökotest aus dem Jahr 2007 waren nur drei von 18 Vogelfutterprodukten frei von Ambrosia-Samen.


Das Beifußblättrige Traubenkraut wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht gewöhnlich Wuchshöhen von 20 cm bis 1,5 m (in Mitteleuropa maximal 1,8 m). Sie verfügt über ein faseriges Wurzelsystem. Der behaarte Stängel ist reich verzweigt. Die unten gegenständig, oben wechselständig angeordneten Laubblätter sind meist doppelt fiederteilig. Im Unterschied zum Gemeinen Beifuß ist die Blattunterseite der doppelt bis dreifach gefiederten und lang gestielten Blätter grün (beim Beifuß grauweiß-filzig behaart) und die Pflanze ist einjährig (Beifuß bildet als ausdauernde Pflanze ein dichtes Wurzelwerk aus). Außerdem sind die reich verzweigten Stängel des Traubenkrauts leicht behaart und die Blütenstände gedrungener.

Das Beifußblättrige Traubenkraut ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), das bedeutet bei dieser Art, dass an einer Pflanze sowohl weibliche als auch männliche Blüten in getrennten körbchenförmigen Blütenständen ausgebildet werden. Mehrere Dutzend männliche Blütenkörbchen stehen in dichten, blattlosen, etwa 20 cm langen, traubigen Gesamtblütenständen am Ende des Stängels und der Seitenzweige. Die Blütenkörbchen enthalten ungefähr 5 bis 15 gelbliche Röhrenblüten. Die männlichen Blütenkörbchen besitzen eine kahle oder schwach behaarte Hülle. Die männlichen Röhrenblüten enthalten fünf freie Staubblätter. Die weiblichen Blütenkörbchen befinden sich in Knäueln in Blattachseln gewöhnlich unterhalb der männlichen Blütenstände. Die stark reduzierten Blütenkronblätter der weiblichen Blüten sind ohne Lupe nicht zu erkennen. Die weibliche Blüte mit ihrem unterständigen, zweifächrigen Fruchtknoten wird von einer behaarten vier- bis siebenzähnigen Hülle halb umschlossen. Ihr Griffel trägt zwei Narben.

Die 3 bis 4 mm langen und 2 bis 3 mm breiten Achänen sind 1 mm lang geschnäbelt und besitzen vier bis sieben kurze stumpfe Höckern oder Stacheln, bei welchen es sich um die verkümmerten Hüllblätter handelt. Die Ausbreitung durch Anhaftung wird hierdurch begünstigt. Pro Pflanze können bis zu einer Milliarde Pollen produziert werden. Außerdem können 3.000 bis 60.000 Samen entstehen, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben können.


Verbreitung/Vorkommem

Das Beifußblättrige Traubenkraut ist eine invasive Pflanze. In Deutschland wurde diese Pflanzenart erstmals 1860 in Hamburg gefunden. Seit Beginn der 1990er Jahre wird eine zunehmende Ausbreitung der Pflanze in Deutschland festgestellt. Heute befinden sich besonders im Südwesten (Oberrheingraben) und Osten (Lausitz) sowie in einigen Städten wie Berlin größere Bestände.

In der Schweiz (Melde- und Bekämpfungspflicht) trat die Art im Ersten Weltkrieg erstmals auf. Mittlerweile ist sie in Südosteuropa (beispielsweise in der Ukraine, Bulgarien und in Ungarn) weit verbreitet. In anderen Ländern (Italien: Poebene, Österreich: Wiener Becken und nördlich der Alpen, Frankreich: unteres Rhonegebiet) kommt sie in einzelnen Gebieten bereits häufig vor.

Heimat

Nordamerika

Standort

Als Ruderalpflanze wächst sie besonders auf gestörten Böden, so beispielsweise an Straßenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden. Die häufigsten Wuchsorte sind aber Gärten, besonders unter Vogelfutterplätzen, weil mit Ambrosia-Samen verunreinigtes Vogelfutter der Haupteinfuhrweg ist.

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Essenz aus frischen Blütenköpfen und jungen Schößlingen soll gegen Fieber und blutstillend wirken.

Sonstiges

Die Pollen des Traubenkrauts gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen (zum Vergleich: bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet). Die unbehandelte Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall auch zu Asthma führen. Der späte Blütezeitpunkt der Ambrosia von Juli bis Oktober bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch eine Verlängerung der Pollensaison, wenn Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.

Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und anderen Vertretern der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae) sind möglich.

Wikipedia User Brunga

Literatur

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