Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia

Familie: Asteráceae - Korbblütler
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Neophyt Allergiepflanze

<b>Beifußblättriges Traubenkraut - <i>Ambrosia artemisiifolia</i></b>
Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia
Bildquelle: Wikipedia User Meneerke bloem; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia_flower_buds.jpg


Ambrosia: gr. a-brotos = unsterblich (Speisen der Götter), Nektar und Am­brosia waren die ..., "m" als Laut­füller ; "Trau­benkraut"

andere Namen: Ambrosia, Ambrosie, Beifuß-Ambrosie, Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf

Die Pflanze kann beim Menschen durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit dem Blütenstand heftige Allergien auslösen.
In einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Ökotest aus dem Jahr 2007 waren nur drei von 18 Vogelfutterprodukten frei von Ambrosia-Samen.


Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Harald Schnöde, Stadt Apolda, Thuringen, Germany">Harald Schnöde, Stadt Apolda, Thuringen, Germany</a> - <b>All rights reserved</b>Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User G-u-t">Wikipedia User G-u-t</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia_10444.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia_10444.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia_10444.jpg</a>Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Meneerke bloem">Wikipedia User Meneerke bloem</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia004.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia004.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia004.jpg</a>Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Fritzflohrreynolds">Wikipedia User Fritzflohrreynolds</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Beifußblättriges Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Gerhard Doerries">Wikipedia User Gerhard Doerries</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosia_artemisiifolia.jpg</a>

Das Beifußblättrige Traubenkraut wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht gewöhnlich Wuchshöhen von 20 cm bis 1,5 m (in Mitteleuropa maximal 1,8 m). Sie verfügt über ein faseriges Wurzelsystem. Der behaarte Stängel ist reich verzweigt. Die unten gegenständig, oben wechselständig angeordneten Laubblätter sind meist doppelt fiederteilig. Im Unterschied zum Gemeinen Beifuß ist die Blattunterseite der doppelt bis dreifach gefiederten und lang gestielten Blätter grün (beim Beifuß grauweiß-filzig behaart) und die Pflanze ist einjährig (Beifuß bildet als ausdauernde Pflanze ein dichtes Wurzelwerk aus). Außerdem sind die reich verzweigten Stängel des Traubenkrauts leicht behaart und die Blütenstände gedrungener.

Das Beifußblättrige Traubenkraut ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), das bedeutet bei dieser Art, dass an einer Pflanze sowohl weibliche als auch männliche Blüten in getrennten körbchenförmigen Blütenständen ausgebildet werden. Mehrere Dutzend männliche Blütenkörbchen stehen in dichten, blattlosen, etwa 20 cm langen, traubigen Gesamtblütenständen am Ende des Stängels und der Seitenzweige. Die Blütenkörbchen enthalten ungefähr 5 bis 15 gelbliche Röhrenblüten. Die männlichen Blütenkörbchen besitzen eine kahle oder schwach behaarte Hülle. Die männlichen Röhrenblüten enthalten fünf freie Staubblätter. Die weiblichen Blütenkörbchen befinden sich in Knäueln in Blattachseln gewöhnlich unterhalb der männlichen Blütenstände. Die stark reduzierten Blütenkronblätter der weiblichen Blüten sind ohne Lupe nicht zu erkennen. Die weibliche Blüte mit ihrem unterständigen, zweifächrigen Fruchtknoten wird von einer behaarten vier- bis siebenzähnigen Hülle halb umschlossen. Ihr Griffel trägt zwei Narben.

Die 3 bis 4 mm langen und 2 bis 3 mm breiten Achänen sind 1 mm lang geschnäbelt und besitzen vier bis sieben kurze stumpfe Höckern oder Stacheln, bei welchen es sich um die verkümmerten Hüllblätter handelt. Die Ausbreitung durch Anhaftung wird hierdurch begünstigt. Pro Pflanze können bis zu einer Milliarde Pollen produziert werden. Außerdem können 3.000 bis 60.000 Samen entstehen, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben können.



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Standort

Als Ruderalpflanze wächst sie besonders auf gestörten Böden, so beispielsweise an Straßenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden. Die häufigsten Wuchsorte sind aber Gärten, besonders unter Vogelfutterplätzen, weil mit Ambrosia-Samen verunreinigtes Vogelfutter der Haupteinfuhrweg ist.

Verbreitung/Vorkommen

Das Beifußblättrige Traubenkraut ist eine invasive Pflanze. In Deutschland wurde diese Pflanzenart erstmals 1860 in Hamburg gefunden. Seit Beginn der 1990er Jahre wird eine zunehmende Ausbreitung der Pflanze in Deutschland festgestellt. Heute befinden sich besonders im Südwesten (Oberrheingraben) und Osten (Lausitz) sowie in einigen Städten wie Berlin größere Bestände.

In der Schweiz (Melde- und Bekämpfungspflicht) trat die Art im Ersten Weltkrieg erstmals auf. Mittlerweile ist sie in Südosteuropa (beispielsweise in der Ukraine, Bulgarien und in Ungarn) weit verbreitet. In anderen Ländern (Italien: Poebene, Österreich: Wiener Becken und nördlich der Alpen, Frankreich: unteres Rhonegebiet) kommt sie in einzelnen Gebieten bereits häufig vor.

Heimat

Nordamerika

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Essenz aus frischen Blütenköpfen und jungen Schößlingen soll gegen Fieber und blutstillend wirken.

Beifußblättriges Traubenkraut - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Beifußblättriges Traubenkraut in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ambrosienkraut

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Sonstiges

Die Pollen des Traubenkrauts gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen (zum Vergleich: bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet). Die unbehandelte Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall auch zu Asthma führen. Der späte Blütezeitpunkt der Ambrosia von Juli bis Oktober bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch eine Verlängerung der Pollensaison, wenn Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.

Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und anderen Vertretern der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae) sind möglich.

Literatur




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