Schlankes Wollgras - Eriophorum gracile

Familie: Riedgrasgewächse - Cyperaceae

Kategorie: Alpenpflanze  Sauergräser  

Schlankes Wollgras Info

Eriophorum: gr. erion = Wolle, phorein = tragen (Fruchtstand); "Woll­gras"
gracilis: schlank, schlicht, zierlich

Früher wurde das Wollgras in Notzeiten als Baumwollersatz oder zur Kissenbefüllung benutzt.

Vegetative Merkmale

Das Schlanke Wollgras ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 70 Zentimetern erreicht. Dieser Geophyt wächst lockerrasig und bildet bis zu 15 Zentimeter lange unterirdische Ausläufer. Die Stängel wachsen aufrecht bis etwas übergebogen (zur Reifezeit oft nickend). Der Stängelgrund ist rund, oben stumpf dreikantig, glatt und schlank.

Die grundständigen Blattscheiden sind braun, zuweilen schwach rötlich, matt, scharf dreikantig und gitternervig. Die Blattspreiten sind linealisch, die unteren flach, die oberen fast vom Grunde an dreikantig. Die unteren Laubblätter sind kürzer als die Hälfte der Stängellänge und weniger als 4 Millimeter breit. Die oberen Blätter (etwa bis zur Hälfte des Stängels) erreichen 3 bis 5 Zentimeter Länge und weniger als 2 Millimeter Breite. Die Blatthäutchen (Ligula) sind kleiner als 1 Millimeter, rund, breiter als lang; das oberste Blatt hat kein Blatthäutchen.
Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Der Blütenstand wird von den laubblattartigen Hüllblättern nicht überragt. Der Blütenstand besteht aus zwei bis vier sitzenden bis gestielten, oft fast aufrechten Ährchen. Die Ährchen sind 5 bis 10 Millimeter lang und zwölf- bis dreißigblütig. Die Ährenstiele sind durch dichte Kurzhaare rau. Die Spelzen sind stumpf, gelb bis rotbraun und hautrandig. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Schmalblättrigen Wollgras (Eriophorum angustifolium) oder dem Breitblättrigen Wollgras (Eriophorum latifolium) sind die Spelzen vielnervig. Die Hüllfäden der Blütenhülle (Perianth) sind weniger zahlreich als beispielsweise beim Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) und sind 2,5 Zentimeter lang. Ihre langen Blütenhüllfäden verbleiben nach der Reife an der Basis der Karyopse (eine Sonderform der Nussfrucht) und bilden einen Flug- und Schwimmapparat zur besseren Verbreitung der Samen in der Luft und im Wasser. Die Frucht ist stumpf dreikantig, glatt und 2 bis 3 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 76.
Ökologie

Das Schlanke Wollgras ist ein wintergrüner Geophyt und Hydrophyt. Es überwintert mit unterirdischen beziehungsweise unter Wasser liegenden Rhizomen, aus denen es im Frühjahr austreibt. Das Schlanke Wollgras ist windblütig (Anemophilie). Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Wind (Anemochorie).
Verbreitung und Standort

Das Schlanke Wollgras hat in ganz Europa zerstreute Vorkommen und geht nordwärts bis ins südliche England und in Skandinavien, im Baltikum und in Osteuropa bis 69° nördlicher Breite. Südwärts reicht sein Verbreitungsgebiet bis in die Pyrenäen, die Alpen, isoliert in den Nordapennin und auf der Balkanhalbinsel bis Bulgarien. In Europa fehlt sie nur großräumig im Mittelmeerraum und in den Ebenen Ungarns. Eriophorum gracile ist in Nordamerika verbreitet.

Das Schlanke Wollgras kommt in Mitteleuropa vom Tiefland bis in Höhenlagen bis etwa 1740 Metern (Bayern), 1220 Metern (Schweiz) vor und gedeiht in den planar-kolliner bis montanen Höhenstufen. In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu 1000 Metern Meereshöhe auf. Sein Gesamtareal liegt in den subarktischen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, es wird mit zehn Millionen bis eineinhalb Milliarden km² angegeben.

Das Schlanke Wollgras kommt auf zum Teil kalkarmen, schwach sauren aber mäßig basenreichen, dauernassen Moorböden in Sauer- und Basen-Zwischenmooren, auf Schwingrasen, beispielsweise in bäuerlichen Handtorfstichen, und an verlandenden mesophilen Moorgewässern vor.

Nach Zeigerwerte nach Ellenberg ist es eine Halblicht- bis Volllichtpflanze. Sein ökologischer Schwerpunkt liegt auf oft durchnässten bis überschwemmten, stickstoffarmen bis stickstoffärmsten, sauren bis mäßig sauren Böden. Es ist nicht salzertragend.


Standort

Das Schlanke Wollgras kommt auf zum Teil kalkarmen, schwach sauren aber mäßig basenreichen, dauernassen Moorböden in Sauer- und Basen-Zwischenmooren, auf Schwingrasen, beispielsweise in bäuerlichen Handtorfstichen, und an verlandenden mesophilen Moorgewässern vor.
Nach Zeigerwerte nach Ellenberg ist es eine Halblicht- bis Volllichtpflanze. Sein ökologischer Schwerpunkt liegt auf oft durchnässten bis überschwemmten, stickstoffarmen bis stickstoffärmsten, sauren bis mäßig sauren Böden. Es ist nicht salzertragend.

Verbreitung/Vorkommen

Das Schlanke Wollgras hat in ganz Europa zerstreute Vorkommen und geht nordwärts bis ins südliche England und in Skandinavien, im Baltikum und in Osteuropa bis 69° nördlicher Breite. Südwärts reicht sein Verbreitungsgebiet bis in die Pyrenäen, die Alpen, isoliert in den Nordapennin und auf der Balkanhalbinsel bis Bulgarien. In Europa fehlt sie nur großräumig im Mittelmeerraum und in den Ebenen Ungarns. Eriophorum gracile ist in Nordamerika verbreitet.

Das Schlanke Wollgras kommt in Mitteleuropa vom Tiefland bis in Höhenlagen bis etwa 1740 Metern (Bayern), 1220 Metern (Schweiz) vor und gedeiht in den planar-kolliner bis montanen Höhenstufen. In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu 1740 Metern Meereshöhe auf. Sein Gesamtareal liegt in den subarktischen und gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, es wird mit zehn Millionen bis eineinhalb Milliarden km² angegeben.

Schlankes Wollgras Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 10cm bis 40cm
Blütezeit von Mai bis Juni
Lebensraum: Ebene; Gebirge; Gewässer, Feuchtgebiete; Mittelgebirge;
Blütenstand: einfache Dolde
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1800m
Lichtbedarf: Halbschatten; Licht;
Nährstoffbedarf: mäßig basenreich; nährstoffarm;
Bodenart: kalkarmer / kalkfreier Boden; torfiger Boden / Torfboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; sauer;
Bodenfeuchte: nass; wechselnass / zeitweise überschwemmt;

Schlankes Wollgras Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; sauer;
Boden Feuchte: nass; wechselnass / zeitweise überschwemmt;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig basenreich; nährstoffarm;
Dr. Koll GemmoKomplex Nr. 3Dr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - HeckenroseDr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana lutea

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie EN (Stark gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)





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