Straußenfarn - Matteuccia struthiopteris

Familie: Tüpfelfarngewächse (incl. Woodsiaceae) - Polypodiaceae

Kategorie: verwildernde Zierpflanze  Sporenpflanze  Alpenpflanze  

Straußenfarn Info

Matteuccia: n. d. ital. Physiologen und Politiker Carlo Mat­teuc­ci (1811 - 1863); "Straußfarn", "Trich­terfarn"

andere Namen: Syn.: Struthiopteris germanica Willld.

Der Straußenfarn ist eine ausdauernde Pflanze mit einem kräftigen Rhizom. Die Blätter bilden einen aufrechte, trichterförmige Rosette. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 150 Zentimetern.

Die sterilen Blätter (Trophophylle) sind hellgrün und breit-lanzettlich im Umriss. Die Hauptfiedern sind fiederspaltig bis fiederschnittig. Der jeweils innerste Abschnitt besonders der untersten Fiedern ist sichelförmig über die Blattspindel gebogen.
Illustration des Straußenfarnes aus Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885

Die Sporophylle sind von den sterilen Blättern deutlich unterschieden und sind bei der Sporenreife dunkelbraun und straußenfedernähnlich. Sie haben einen lineal-lanzettlichen Umriss, die Hauptfiedern sind fiederlappig, die einzelnen Abschnitte sind zusammengerollt. Die Sori stehen in zwei Reihen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 80.

Ökologie

Der Straußenfarn ist eine sommergrüne Rosettenpflanze, die bedingt durch ihr Rhizom in einer Reihe wächst. Er zeigt Heterophyllie d.h. die äußeren Blätter, die sogenannten Trophophylle, dienen der Photosynthese, inneren Blätter, Sporophylle genannt, dienen vor allem der Fortpflanzung.

Die Sporophylle sind zuerst grün, und sie werden später braun. Die Sporen unterliegen als Körnchenflieger der Windausbreitung oder sie breiten sich in Flussnähe als Wasserschwemmlinge aus.

Sporenreife ist von Juli bis August.

Es findet eine lebhafte vegetative Vermehrung durch über 0,5 m lange, unterirdische Ausläufer statt.

Der Straußenfarn wächst in Herden an zum Teil nur schwach beschatteten, frischen bis feuchten, meist etwas durchsickerten, nur selten überschwemmten, kalkarmen bis schwach sauren, meist basen- und zum Teil auch nährstoffreichen, sandig-kiesigen bis sandig-lehmigen Böden in Flussauenwäldern.


Standort

Er wächst in Auwäldern, Hochstaudenfluren und an Bachufern der (collin-)submontanen bis montanen(-subalpinen) Höhenstufe. Er ist kalkmeidend und bevorzugt sickernasse, nährstoffreiche, sandige bis kiesige Schwemmböden. Er ist eine Charakterart des Stellario-Alnetum, kommt aber auch in anderen Gesellschaften des Verbands Alno-Ulmion und im Tilio-Acerion vor.

Verbreitung/Vorkommen

Die Art besitzt ein zirkumpolares Areal. Die Verbreitung wird als submeridional/montan bis boreal mit subozeanischem Schwerpunkt beschrieben.

Der Straußenfarn ist eine boreale bis kontinentale Art, die bei uns die Westgrenze ihrer Verbreitung erreicht.

Der Straußenfarn kommt in Europa vor, hier vor allem im Norden: in Skandinavien, in Finnland, und bis ins nördliche Norwegen; in Mitteleuropa ist er vor allem östlich des Rheins zu finden; im Süden reicht sein Areal bis zu den Westalpen und bis in die Poebene, weiterhin kommt er in Rumänien und in der Ukraine vor.

In Deutschland ist er selten zu finden, in etlichen Bundesländern gilt die Art als gefährdet. Deshalb zählt der Straußenfarn in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. In Österreich kommt er zerstreut vor; er fehlt jedoch in Wien und Vorarlberg, desgleichen in Liechtenstein.

Bisweilen wird der Straußenfarn als Zierpflanze genutzt und kommt auch verwildert vor. In Japan und den Maritimprovinzen Kanadas werden junge, noch eingerollte Triebe auch als Gemüse (Tête de violon) verzehrt.

Straußenfarn Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 30cm bis 1,5m
Blütezeit von Juli bis August
Lebensraum: Auen; Gebirge; Gewässer, Feuchtgebiete; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blattstellung: grundständige Blattrosette / Blätter
Blattspreite: geteilt
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 800m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2000m
Lichtbedarf: Halbschatten;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Bodenfeuchte: nass;

Straußenfarn Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: nass;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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