Knöllchen-Knöterich - Polygonum viviparum

Familie: Knöterichgewächse - Polygonaceae

Kategorie: Alpenpflanze  

Knöllchen-Knöterich Info

Polygonum: gr. polys = viel, gone = Nachkommen; "Knöterich"
viviparus: lebendgebärend (Brutknospen tra­gend)

andere Namen: Lebendgebärender Knöterich, Otterwurz, Syn. Bistorta vivipara, Syn.: Persicaria vivipara (L.) Ronse Decr.)

Wenn die Kühe verhext waren und keine Milch mehr gaben, verfütterten die Sennen dieses Kraut und die versiegte Milch floss wieder (daher die Namen "Bring ma’s wieder", "Wiederkumm" und "Verloren-Kehrwieder").

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 25 Zentimeter. Die kahle Staude hat einfache Stängel. Die unteren Blätter sind unten lang gestielt und lanzettlich mit einer Länge von 1,5 bis 5 Zentimeter, sowie 0,5 bis 2 Zentimeter Breite. Die oberen Blätter sind lineal-lanzettlich und sitzend, mit oft umgerolltem Rand. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite graugrün.

Die fünfzähligen Blüten sind weiß bis hellrosa und sitzen zu vielen in einer lockerblütigen endständigen Scheinähre. Im unteren Teil sitzen fast immer rotbraune oder purpurne Brutknospen, die oft schon kleine Laubblätter entwickeln. Die Frucht wird 2,7 bis 3 Millimeter lang, fehlt aber oft.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = ca. 88, 100, 110 oder 132.

Ökologie

Der Knöllchen-Knöterich besitzt direkt unter dem Blütenstand Brutknospen, mit Stärke gefüllte Knöllchen. Aus den Knöllchen treiben im Sommer kleine Blättchen aus, im Herbst fallen sie als fertige Pflanzen auf den Boden oder werden vom Wind verfrachtet. Die Pflanze gilt als Lieblingsnahrung der Schneehühner, die über den Kropf zu ihrer Ausbreitung beitragen. Vom Weidevieh wird die Pflanze verschmäht.

Obwohl die häufige, anpassungsfähige Pflanze in vielen Rasentypen vorkommt, ist sie düngerfeindlich und verschwindet bei starker Beweidung.


Standort

Als Standort bevorzugt diese Art Rasen, Steingrund, Weiden, Schneetälchen und Moore. In Mitteleuropa kommt sie in Caricion-curvulae-, in Elynion-, in Seslerietalia- und in Nardetalia-Gesellschaften vor.

Verbreitung/Vorkommen

Die Pflanze ist in Europa, Asien und Nordamerika (arktisch-alpin) verbreitet und kommt in einer Höhe von 1000 bis 3000 m vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie im tiroler Teil am Westgrat des Biberkopfes bis zu 2300 m auf.

Sonstiges

Es handelt sich bei dieser Art um eine alte Glazialpflanze, deren Reste in eiszeitlichen Ablagerungen der Dryas (Silberwurz-Tonen) gefunden wurden.

Knöllchen-Knöterich Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 5cm bis 20cm
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: (Fett-) Wiesen und Weiden; Gebirge; Gewässer, Feuchtgebiete; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 700m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2300m
Bodenart: kalkarmer / kalkfreier Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; torfiger Boden / Torfboden;
PH-Wert Boden: sauer;
Bodenfeuchte: nass;

Knöllchen-Knöterich Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: nass;
Spasmo-Entoxin®Adenolin-Entoxin® NN
Uresin-Entoxin®Broncho-Entoxin® N

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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