Krebsschere - Stratiotes aloides

Familie: Froschbißgewächse

Kategorie: Wasserpflanze  Gartenteich  

Krebsschere Info

Stratiotes: gr. stratiotes = Soldat (schwertförmige Blätter); "Krebs­schere"

andere Namen: Agel, Wassersegen oder -säge, Säckel, Wassersichel, Sichelkraut oder Säbelkraut (nach der spitzigen Form der Blätter), Wasserscheer oder -schere, Krabbenklau, (wie Krebsschere wohl wegen der „scherenähnlichen Hüllen der Blütenstände“), Hechtkraut (Name verschiedener Wasserpflanzen, zwischen denen sich gern Hechte aufhalten sollen), Wasser-, Sumpf- oder Afteraloe (äußere Ähnlichkeit mit manchen Aloe-Arten, ebendaher auch der botanische Artname aloides), Reiterskraut (vielleicht an griech. ?????????? (stratiotes) ‚Soldat, Krieger‘ ); Falscher oder Donnerbart-Wasserfenchel.

Im Jahr 1998 wurde die Krebsschere zur Blume des Jahres gekürt. Sie ist auch eine beliebte Zierpflanze für Gartenteiche. Sie ist die einzige rezente Vertreterin der Gattung Stratiotes, die im Tertiär noch andere damals in Mitteleuropa vorkommende Arten umfasste.

Die Pflanze bildet bis zu 40 Zentimeter große, rosettenförmig angeordnete Blätter, die in der Vegetationsperiode teilweise aus dem Wasser ragen. Die trichterförmige Wuchsform erinnert an eine Aloe, wobei die Blätter bis zu vier Zentimeter breit, dreikantig und hakig vorwärtsgerichtet gesägt sind. Die Hochblätter ihrer Stiele sehen den Scheren von Krebsen ähnlich. Durch intensive Bildung von Ausläufern in den Blattachseln sind die einzelnen Rosetten submers miteinander zu großen Einheiten verbunden. Nach unten treibt die Pflanze dichte Büschel langer, unverzweigter Wasserwurzeln, die Nährstoffe aus dem freien Wasser aufnehmen. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern und bestehen aus je drei weißen Kron- und drei grünen Kelchblättern; das Zentrum mit den Vermehrungsorganen ist gelb. Die Art ist zweihäusig; es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die eiförmige, sechskantige Frucht wird bis zu 3,5 Zentimeter lang. Wichtiger als die Verbreitung über Samen ist aber die vegetative Vermehrung über Ausläufer. Im Spätherbst sinken die Pflanzen auf den Grund des Gewässers ab, um erst im Frühjahr wieder aufzusteigen.


Standort

Krebsscheren wachsen in Schwimmblattgesellschaften warmer, windgeschützter, schlammiger, mesotropher bis eutropher, basenreicher, nicht verschmutzter und meist stehender Gewässer der Talauen, beispielsweise in Altwässern, Gräben, Tümpeln und Kanälen. Die Art ist eurasisch-kontinental von Europa (ausgenommen den Südteil/Mittelmeerraum) bis nach Westsibirien verbreitet. Im norddeutschen Tiefland kommt sie zerstreut vor, mit Häufungen in den Auen der Unterläufe größerer Flüsse. Ein solcher Verbreitungsschwerpunkt ist beispielsweise der Raum Bremen/Wesermarsch. Im Hügel- und Bergland ist die Krebsschere selten und fehlt über weite Strecken.

Sonstiges

Die Pflanze ist empfindlich gegenüber starken Schwankungen des Wasserstandes und gegenüber Verunreinigungen. Ihre Bestände werden auch durch Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung (Grabenräumung, Teichwirtschaft) dezimiert. Manche Angler entfernen illegalerweise die für sie störenden Schwimmteppiche.

Die Pflanzen, die bei Vorkommen gerne sehr gesellig wachsen, treiben nur während des Sommerhalbjahrs an der Wasseroberfläche. Im Herbst sinken die Rosetten auf den Gewässergrund ab und bilden Winterknospen (Turionen); die äußeren Blätter sterben ab. Im kommenden Frühling steigen die Winterknospen an die Oberfläche und bilden dort neue Pflanzen. Aber auch das Herz alter Rosetten schwimmt nach der Überwinterung am Grund wieder auf und wächst weiter. Die starke Biomasseproduktion großer Vorkommen wirkt verlandungsfördernd (schlammbildend) in Gewässern. Durch Hochwasser wird die Art verbreitet. Wo sie häufig vorkam, wurde sie früher als Schweinefutter und wegen ihres hohen Phosphor- und Kaliumgehalts zur Gründüngung genutzt.

Die Großlibellenart Grüne Mosaikjungfer hat sich bei ihrer Eiablage ganz auf die Krebsschere spezialisiert und ist daher an ihr Vorkommen gebunden.

Krebsschere Steckbrief

Blütenfarbe: weiß;
Höhe/Länge von 10cm bis 40cm
Blütezeit von Mai bis Juli
Lebensraum: Auen; Gewässer, Feuchtgebiete; im Wasser; Ufer, Dämme;
Blütenstand: Endständige Einzelblüte
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: gezähnt;
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Bodenfeuchte: nass;

Krebsschere Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Monocotyledoneae (Liliopsida) - Einkeimblättrige
Unterklasse:
Helobiae (Alismatidae) - Froschlöffelähnliche
Ordnung:
Hydrocharitales - Froschbißartige
Familie:
Hydrocharitaceae
Gattung:
Stratiotes
Art:
aloides

Krebsschere Garten / Anbau

Boden Feuchte: nass;

Die Krebsschere (Stratiodes aloides) ist ein echter Geheimtipp gegen starken Algenbewuchs eines Gartenteiches. Das Sie dem Teichwasser sehr viele Nährstoffe entzieht trägt sie stark zur Algenhemmung bei. Sie kommt nur zur Blütezeit an die Wasseroberfläche.

Dr. Koll Gemmoextrakt: Juglans regia - WalnussbaumGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - HeckenroseDr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia Maca

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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