Rotfrüchtige Zaunrübe - Bryonia dioica

Familie: Cucurbitáceae - Kürbisgewächse

Bryonia dioica
Bildquelle: Wikipedia User Lycaon
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze Kletterpflanze

Bryonia: gr. bryein = sprossen (Wuchsform); "Zaunrübe"
dioicus: zweihäusig, getrennt­geschlecht­lich

andere Namen: Zweihäusige Zaunrübe, Rotbeerige Zaunrübe Rote Zaunrübe.

Die Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica) ist eine auch in Mitteleuropa heimische Pflanzenart aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

Die Rotfrüchtige Zaunrübe ist eine ausdauernde Pflanze mit einer verdickten, rübenartigen Wurzel. Die kletternden Stängel sind zwei bis vier Meter lang und verzweigt. Der Stängel ist durch spitze Knötchen und kurze Borsten rau. Die Ranken sind einfach.

Die Blätter sind kurzgestielt, haben einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimeter und haben einen fünfeckigen Umriss. Sie sind beidseitig rau behaart und bis über die Mitte handförmig fünflappig. Die Lappen sind dreieckig bis elliptisch, der mittlere ist dabei nur wenig größer als die übrigen. Der Blattrand ist ganzrandig oder leicht stumpf gezähnt.

Die Art ist diözisch, es gibt also Einzelpflanzen mit entweder männlichen oder weiblichen Blüten. Die Blütenstiele sind drüsenhaarig. Die männlichen Blüten sind grün und sechs Millimeter lang, ihr Kelch ist halb so lang wie die Krone. Bei den weiblichen Blüten ist die Krone rund zehn Millimeter breit. Ihre Farbe ist grünlichweiß, ihre Narbe ist rauhaarig. Die Blüten produzieren Nektar. Die Blüte erfolgt zwischen Juni und September.

Die Beeren sind in unreifem Zustand grün und werden dann scharlachrot. Sie sind sechs bis sieben Millimeter im Durchmesser und kugelig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.


Verbreitung/Vorkommem

Die Rotfrüchtige Zaunrübe ist von Europa bis nach Westasien beheimatet, ihr Areal wird als meridional bis südlich temperat angegeben. In Mitteleuropa ist sie im Süden verbreitet, in Norddeutschland selten, teilweise, so auch in Dänemark, erst als Neophyt eingewandert. In Österreich ist sie im pannonischen Raum häufig, ansonsten selten.

Sie wächst in Hecken und Auwäldern auf frischen, nährstoffreichen, lockeren Lehmböden. Sie kommt bis in die colline, selten bis in die montane Höhenstufe vor.

Giftigkeit

Die ganze Pflanze, besonders aber die reifen Früchte und die Wurzeln sind giftig.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Das Homöopathikum Bryonia alba (Kürzel: Bry oder bry) wurde von Samuel Hahnemann geprüft und im zweiten Band seiner Reinen Arzneimittellehre veröffentlicht. Das Mittel wird aus dem gewonnenen Saft von den, in Alkohol angesetzten, frischen, vor der Blütezeit ausgegrabenen Weißen Zaunrübenwurzel hergestellt. Aus Sicht der Homöopathie ist Bryonia alba ein mit über 5500 Symptomen gut geprüftes Polychrest, welches häufig bei akuten Krankheiten (z.B. Zerrungen) wie auch vielen chronischen Beschwerden (z.B. Angst vor Armut) verabreicht wird. Aufgrund der Modalitäten (besser durch Liegen auf den schmerzhaften Stellen, Verschlechterung aller Beschwerden durch die geringste Bewegung, etc.) ist dieses Homöopathikum gut zu erkennen. Die ursprünglich von Hahnemann geprüfte Pflanze Bryonia alba wird heutzutage in der Homöopathie oft durch Bryonia dioica ausgetauscht. Der Buchautor und Homöopath Frans Vermeulen ist der Meinung, dass sich aufgrund teilweiser unterschiedlicher Gemütssymptome Bryonia alba homöopathisch nicht durch Bryonia dioica ersetzen lässt.

Jan Kops, Flora Batava, Volume 2 (1807)Wikipedia User RotatebotLeo Michels, Untereisesheim

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