Windenknöterich - Fallopia convolvulus

Familie: Polygonáceae - Knöterichgewächse

Fallopia convolvulus
Bildquelle: Wikipedia User Aung
Kategorie: Unkraut

Fallopia: gr. fallax = trügerisch, leicht verwechselbar (mit der Acker­winde); "Windenknöterich"
convolvulus: zusammenwinden

andere Namen: Acker-Flügelknöterich

Verkohlte Früchte des Windenknöterichs sind seit dem Frühneolithikum zu beobachten. Im jungsteinzeitlichen Dorf bei Ehrenstein wurden sie in solchen Mengen gefunden, das sie zu der Vermutung Anlass geben, dass sie als vorzeitliche "Mehlfrucht" angebaut wurden.

Der Windenknöterich (Fallopia convolvulus, Syn.: Polygonum convolvulus L.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Flügelknöteriche (Fallopia) in der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Er gilt als einjähriges „Ackerunkraut“, das vor allem im Frühjahr keimt.

Es handelt sich um eine krautige Pflanze, die mit einem bis über einen Meter langen Stängel kriechend oder kletternd wächst. Der Stängel ist zumindest im unteren Bereich kantig und rau.

Die Keimblätter des Windenknöterichs sind drei- oder mehrmals so lang wie breit. Die Blatthälften sind meistens ungleich. Die Laubblätter sind herzförmig und zur Spitze hin pfeilförmig nach unten geneigt, im Gegensatz zu Convolvulus arvensis. Außerdem sind die Laubblätter gestielt und die Blattnerven sind deutlich zu sehen.

Die Blüten des Windenknöterichs sind weiß-grün und unscheinbar. Sie stehen in Grüppchen auf langen, schmalen, ähren- bis traubigen Blütenständen. Im unteren Bereich der Blütenstände liegen diese Grüppchen meist weiter auseinander, im oberen sind sie mehr oder weniger dicht. Die fünf Blütenhüllblätter sind dicht drüsig punktiert. Die drei äußeren Hüllblätter sind im Gegensatz zu anderen Fallopia-Arten nur schwach geflügelt oder stumpf gekielt. Die Früchte sind 3,5 bis 5 mm lange, schwarze, matte Nussfrüchte, die an einem 1 bis 3 mm langen Stiel stehen.


Verbreitung/Vorkommem

Die Heimat des Windenknöterichs erstreckt sich über weite Teile Eurasiens; auch in Nordafrika ist er heimisch. In Nordamerika und Südafrika ist er mittlerweile eingebürgert.

Leo Michels, Untereisesheim

Literatur

- *Kommission C: Anthroposophische Aufbereitungsmonographien der Kommission C der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland. - 1999 - Im Auftrag der medizinischen. Sektion am Goetheanum Dornach/Schweiz
- Bärtels, A.: Farbatlas Tropenpflanzen-Zier und Nutzpflanzen - 1996 - Stuttgart; ISBN: 978-3800134809
- Buttler, K. P.: Steinbachs Naturführer: Orchideen - Die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. - 1986 - München; ISBN: 978-3576105591
- Finkenzeller X. & Grau J.; Steinbachs Naturführer ,Alpenblumen - 1985 - 1. Auflage, München
- Fintelmann V. & Weiss R.-F. Lehrbuch der Phytotherapie - 2005 - 11. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3830453451
- Franke, W. - Nutzpflanzenkunde - 1992 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3135304052
- Genaust H. -etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen - 1996 - 3. Auflage, Hamburg; ISBN: 978-3764323905
- Harz K. -Bäume und Sträucher: Blätter, Blüten, Früchte der heimischen Arten - 1990 - 6. Auflage, München; ISBN: 978-3835404793
- Holzer S. Permakultur: Praktische Anwendung in Garten, Obst- und Landwirtschaft - 2004 - 3 Auflage, Graz; ISBN: 978-3702010379
- Kremer B.: Bäume (Laub-und Nadelbäume) - 1992 - 1. Auflage, Stuttgart ; ISBN: 978-3440064078
- Kreuter M.-L. Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten - 2009 - 8. Auflage, München; ISBN: 978-3835403246
- Kreuter M.-L.: Biologischer Pflanzenschutz - 2001 - 08. Auflage, München; ISBN: 978-3405160562
- Kreuter M.-L.; Der Biogarten - 2007 - 23. Auflage, München; ISBN: 978-3835404847
- Oberdorfer E. - Pflanzensoziologische Exkursionsflora - 1994 - 7. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3800131310
- Raven Peter H.: Biologie der Pflanzen - 2006 - 4 Auflage ; ISBN: 978-3110185317
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland 2: Gefäßpflanzen. Grundband: BD 2 - 1996 - 16. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827416001
- Rothmaler W. - Exkursionsflora von Deutschland Band 3 - 1994 - 9. Auflage, Jena, Stuttgart; ISBN: 978-3827418425
- Schauer T. & Caspari C. - Der farbige BLV Pflanzenführer - 1990 - 2. Auflage, München; Wien; Zürich; ISBN: B002CZVT1A
- Schauer T. & Caspari C.: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs - 2008 - 2 Auflage, München; ISBN: 978-3-8354-0354-3
- Schönfelder, B. & Fischer J. - Welche Heilpflanze ist das?: Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wildgemüse - 1976 - 18 Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3440047804
- Senghas, K. & Seybold, S.: Schmeil - Fitschen. Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen - 2000 - 91. Auflage, Wiebelsheim; ISBN: 978-3494014685
- Steinegger E.& Hänsel R.: Pharmakognosie - 1992 - 4. Auflage, Berlin-Heidelberg; ISBN: 978-3540342564
- Vademecum Anthroposophische Arzneimittel Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland und der Medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, Schweiz - 2010 - 2. Auflage
- WELEDA AG: Arzneimittelverzeichnis 2009 - 2009 - Schwäbisch Gmünd
- Wendelberger, E. - Heilpflanzen. Erkennen, sammeln, anwenden. - 2003 - München, Wien, Zürich; ISBN: 978-3835403703
- Wichtl M. - Teedrogen und Phytopharmaka. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage - 2008 - 5. Auflage, Stuttgart; ISBN: 978-3804723696