Flammen-Adonisröschen - Adonis flammea

Familie: Ranunculáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Bienenblume Alpenpflanze

<b>Flammen-Adonisröschen - <i>Adonis flammea</i></b>
Flammen-Adonisröschen - Adonis flammea
Bildquelle: Wikipedia User Adrian198cm; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Adonis: Liebling der Aphrodite (gr. Mythologie), wurde durch ei­nen vom eifer­süch­tigen Apollon geschickten wil­den Eber getötet. Aphro­dite ver­wandelte seine Bluts­tropfen in Blumen; "Teufelsauge", "Ado­nis­rös­chen"
flammulus: brennend

andere Namen: Brennendes Teufelsauge, Brennendes Adonisröschen


Flammen-Adonisröschen - Adonis flammea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User MichaD">Wikipedia User MichaD</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Adonis flammea erreicht 15 bis 50 cm Höhe. Die einfachen oder verzweigten Stängel sind, besonders am Grund, leicht behaart (beim Sommer-Adonisröschen hingegen meist kahl). Die endständigen, einzelstehenden Blüten sind scharlach- bis blutrot und besitzen 5 bis 8 Kronblätter, an der Basis gelegentlich mit dunklem Fleck. Die Kelchblätter weisen – anders als beim Sommer-Adonisröschen – anliegende Behaarung auf. Der Fruchtstand besteht aus locker stehenden Nüsschen mit schwarzem Schnabel (beim Sommer-Adonisröschen ist der Schnabel grün).


Standort

Das Flammen-Adonisröschen ist wärmeliebend und bevorzugt trockenwarme Kalkstein- und Kalklehmböden (Kalkzeiger). Die Art ist wahrscheinlich während der Jungsteinzeit nach Deutschland gelangt (Archäophyt). Zu finden ist diese – früher häufige – Pflanze infolge intensivierter Anbaumethoden heute nurmehr sehr zerstreut in Getreidefeldern, noch seltener auf Hackfruchtäckern.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Flammen-Adonisröschens erstreckt sich zwischen Südeuropa und Westasien. Seine Nordgrenze liegt etwa beim 51. Breitengrad, im Westen erreicht es Frankreich und Nordspanien, im Süden Sizilien, Ägypten und Kleinasien, und im Osten den Kaukasus und Nordpersien.

Giftigkeit

Erste Anzeichen einer Vergiftung ähnlich einer Fingerhut- Vergiftung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen.
Dann Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Delirium und Halluzinationen.

Protoanemonin wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme in höheren Dosen beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Inhaltsstoffe

Wie auch die übrigen Vertreter der Gattung ist Adonis flammea giftig, insbesondere durch seinen Gehalt an herzwirksamen Glykosiden (Cardenolide)
Herzwirksame Glykoside vom Cardenolidtyp wie Adonitoxin, Strophanthine. Der Wirkstoffgehalt ist während der Blütezeit am höchsten.
Auch Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol, ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedlicher Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es ist wirksam gegenüber Pilzen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Gemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze JohannisbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - Haselnuss

Flammen-Adonisröschen - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild;
Boden Feuchte: mäßig trocken; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Flammen-Adonisröschen in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Bruner Rößlein, Adonium

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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