Acker-Winde
Die Ackerwinde ist eine Pflanzenart aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae. Sie ist eine windende, mehrjährige, krautige Pflanze. Sie bildet im Boden ein dichtes Netzwerk von knotig verdickten „Wurzelsträngen“ aus, die immer wieder neue Sprossen hervor treiben, selbst wenn man die Pflanze oberflächlich gejätet hat. Die Kelchförming verwachsenen Blütenblätter der Ackerwinde können weiß mit rosa Streifen oder bläulich getönt sein und außen an den Nahtstellen der zusammengewachsenen Blütenblätter dunkle, keilförmig auf dem Blütenrand zulaufende Streifen besitzen. Die Blüte der Zaunwinde hat außen zwei deutlich ausgeprägte grüne Vorblätter. Die zugespitzten, pfeilförmigen Blätter sind am Stängel wechselständig angeordnet. Sie besitzen zwei spitze Ecken auf beiden Seiten.
Pflanze 2m tief wurzelnd.
Nutzpflanze: Die Ackerwinde gilt zwar als schwer zu bekämpfendes Unkraut, soll aber ans Vieh verfüttert den Milchertrag steigern können.
Die Ackerwinde wird oft nicht gerne gesehen, da sie sehr schnell an aufrecht wachsenden Pflanzen emporrankt und diese in ihrem Wachstum hindert. Sie hat ein tiefgreifendes Wurzelsystem und die vegetative Vermehrung über Ausläufer ist sehr lebhaft.
Mythos/Geschichte: Der Name "Muttergottesgläschen" und die rosa Streifen der Ackerwindenblüte sind einer Legende nach entstanden, als die Muttergottes einst einen Fuhrmann um einen Schluck aus dem Rotweinfass auf dem Wagen bat und, weil ein Glas fehlte, den Blütenkelch als Trinkgefäß nahm.
Magie/Brauchtum: Regen soll sich durch Knicken einer Zaunwinde herbeizaubern lassen. Früher glaubten die Menschen ihre Wurzeln würden bis in die Hölle reichen und wer sie in die Vase stellt, dessen Haus wird vom Blitz getroffen.
Verwendung in der Heilkunde
Die Volksheilkunde wendet die Ackerwinde gerne bei Herz-Kreislaufschwäche, gegen Fieber,Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Gallenschwäche und Blähungen an. Auch übermässige Menstruationsblutungen werden mit der Ackerwinde behandelt.
Äusserlich kann man schlecht heilende Wunden und Geschwüre damit behandeln.
Wirksame Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Kraut, Wurzel
Dioskurides führt die Winden als Abführmittel an. Im Mittelalter gebrauchte man sie vor allem äußerlich gegen Geschwüre, Brandwunden und Entzündungen, allgemein zur Wundheilung. Leonhart Fuchs (1543) lobt Blätter und Wurzel gegen Verstopfung der Leber und Milz, den Ackerwindensaft als stuhlgang- und harntreibendes Mittel.
Man sagt ihr auch Heilkräfte bei Frauenleiden nach, daher der Namen Wehweide oder Wehwinde. In der Volksheilkunde wird sie außerdem als Fiebermittel eingesetzt, die Wirkung ist jedoch zweifelhaft.
Von arabischen Ärzten wurde sie gegen Gelbsucht angewendet.
Hautreizende Wirkung. Geringe psychoaktive Wirkung. Die Pflanze kann aufgrund des Gehaltes an Herzglycosiden abführend wirken.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Alkaloide, Herzglykoside (Cardenolide) |
Erste Symptome
Unruhe / Erregung
Folgesymptome
Durchfall, Rauschzustand, Magen-Darm-Störungen
Symptome bei Hautkontakt
Hautreizung, Rötung
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser
Standort
Außer auf Äckern findet man die Ackerwinde auf Wegen, Wiesen und Schuttplätzen. Sie gedeiht auch an trockenen Standorten.
Verbreitung & Vorkommen
Ursprünglich in Europa beheimatet, kommt sie heute fast weltweit vor.
Inhaltsstoffe
Die Ackerwinde enthält in ihren Blättern Herz-Kreislauf-Glykoside und ist deshalb eine altbekannte Heilpflanze. Außerdem enthält die Pflanze in geringen Maße psychoaktive Mutterkornalkaloide, wie sie früher beispielsweise in „Hexensalben“ verwendet wurden. Außerdem Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Glykoretine, Tannin und eine unbekannte blutgerinnungsfördernde Substanz.
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