Acker-Winde - Convolvulus arvensis

Familie: Windengewächse - Convolvulaceae

Kategorie: Heilpflanze  Giftpflanze  Rauschpflanze  Kletterpflanze  Ackerwildkraut  mediterrane Pflanze  Alpenpflanze  

Acker-Winde Info

Convolvulus: lat. convolvere = sich winden (Wuchsform); "Win­de"
arvensis: zum Acker gehörend

andere Namen: Muttergottesgläschen, Wehweide, Windling, Teufelsdarm, Feldwinde

Obwohl sie hübsche, zarte, rund 4–5 cm große Trichterblüten besitzt, ist sie in Gärten, auf Feldern und Weinbergen nicht gerne gesehen, weil sie sich an Kultur- und Zierpflanzen emporrankt und mit ihrem eigenen raschen Wachstum deren Entwicklung hemmt. Während des Wachstums führt die Spitze des Triebes windentypische kreisende Bewegungen (Nutation) aus, wobei für einen Kreis nur wenige Stunden benötigt werden.

Die Ackerwinde ist eine Pflanzenart aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae. Sie ist eine windende, mehrjährige, krautige Pflanze. Sie bildet im Boden ein dichtes Netzwerk von knotig verdickten „Wurzelsträngen“ aus, die immer wieder neue Sprossen hervor treiben, selbst wenn man die Pflanze oberflächlich gejätet hat. Die Kelchförming verwachsenen Blütenblätter der Ackerwinde können weiß mit rosa Streifen oder bläulich getönt sein und außen an den Nahtstellen der zusammengewachsenen Blütenblätter dunkle, keilförmig auf dem Blütenrand zulaufende Streifen besitzen. Die Blüte der Zaunwinde hat außen zwei deutlich ausgeprägte grüne Vorblätter. Die zugespitzten, pfeilförmigen Blätter sind am Stängel wechselständig angeordnet. Sie besitzen zwei spitze Ecken auf beiden Seiten.
Pflanze 2m tief wurzelnd.


Standort

Außer auf Äckern findet man die Ackerwinde auf Wegen, Wiesen und Schuttplätzen. Sie gedeiht auch an trockenen Standorten.

Verbreitung/Vorkommen

Ursprünglich in Europa beheimatet, kommt sie heute fast weltweit vor.

Heimat

Europa

Giftigkeit

Hautreizende Wirkung. Geringe psychoaktive Wirkung. Die Pflanze kann aufgrund des Gehaltes an Herzglycosiden abführend wirken.

Inhaltsstoffe

Die Ackerwinde enthält in ihren Blättern Herz-Kreislauf-Glykoside und ist deshalb eine altbekannte Heilpflanze. Außerdem enthält die Pflanze in geringen Maße psychoaktive Mutterkornalkaloide, wie sie früher beispielsweise in „Hexensalben“ verwendet wurden. Außerdem Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Glykoretine, Tannin und eine unbekannte blutgerinnungsfördernde Substanz.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Volksheilkunde wendet die Ackerwinde gerne bei Herz-Kreislaufschwäche, gegen Fieber,Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Gallenschwäche und Blähungen an. Auch übermässige Menstruationsblutungen werden mit der Ackerwinde behandelt.
Äusserlich kann man schlecht heilende Wunden und Geschwüre damit behandeln.
Wirksame Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Kraut, Wurzel
Dioskurides führt die Winden als Abführmittel an. Im Mittelalter gebrauchte man sie vor allem äußerlich gegen Geschwüre, Brandwunden und Entzündungen, allgemein zur Wundheilung. Leonhart Fuchs (1543) lobt Blätter und Wurzel gegen Verstopfung der Leber und Milz, den Ackerwindensaft als stuhlgang- und harntreibendes Mittel.
Man sagt ihr auch Heilkräfte bei Frauenleiden nach, daher der Namen Wehweide oder Wehwinde. In der Volksheilkunde wird sie außerdem als Fiebermittel eingesetzt, die Wirkung ist jedoch zweifelhaft.
Von arabischen Ärzten wurde sie gegen Gelbsucht angewendet.

Sonstiges

Nutzpflanze: Die Ackerwinde gilt zwar als schwer zu bekämpfendes Unkraut, soll aber ans Vieh verfüttert den Milchertrag steigern können.

Die Ackerwinde wird oft nicht gerne gesehen, da sie sehr schnell an aufrecht wachsenden Pflanzen emporrankt und diese in ihrem Wachstum hindert. Sie hat ein tiefgreifendes Wurzelsystem und die vegetative Vermehrung über Ausläufer ist sehr lebhaft.

Mythos/Geschichte: Der Name "Muttergottesgläschen" und die rosa Streifen der Ackerwindenblüte sind einer Legende nach entstanden, als die Muttergottes einst einen Fuhrmann um einen Schluck aus dem Rotweinfass auf dem Wagen bat und, weil ein Glas fehlte, den Blütenkelch als Trinkgefäß nahm.

Magie/Brauchtum: Regen soll sich durch Knicken einer Zaunwinde herbeizaubern lassen. Früher glaubten die Menschen ihre Wurzeln würden bis in die Hölle reichen und wer sie in die Vase stellt, dessen Haus wird vom Blitz getroffen.

Acker-Winde Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn; weiß;
Höhe/Länge von 15cm bis 80cm
Blütezeit von April bis Oktober
Lebensraum: Äcker, Getreidefelder, Brachen; Ebene; Gärten und Parks; gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Mittelgebirge; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Behaarung: ganze Pflanze nicht oder nur wenig behaart
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Häufigkeit: sehr häufig
Lebensform: Kryptophyt (=Geophyt, Überdauerungsorgane (Erneuerungsknospen) überdauern unter der Erde/Schlamm/Wasser)
Lebensdauer: mehrjährig, nur einmal blühend (hapaxanth);
Zeigerpflanze: Lehmzeiger; Wärmezeiger;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 300m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2000m
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Bodenfeuchte: frisch; mäßig trocken;

Acker-Winde Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis





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