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Berglorbeer

Kalmia latifolia

Vegetative Merkmale

Der Berglorbeer wächst als immergrüner Strauch, selten auch als kleiner Baum, und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 12, überwiegend von 2 bis 8 Metern. Die Zweige mit rundem Querschnitt sind durch gestielte Drüsen drüsig-klebrig.

Die wechselständig, an sehr langsam wachsenden Sträuchern scheinbar quirlig gehäuft angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 3 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 12 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 5 Zentimetern elliptisch bis elliptisch-lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende. Auch sie sind durch Stieldrüsen klebrig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die endständigen, traubigen Blütenstände enthalten jeweils 20 bis 40 Blüten (selten auch weniger). Der Blütenstiel ist 2 bis 4 Zentimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die verwachsenen Kelchblätter sind grün bis rötlich gefärbt, sie sind länglich und am Ende zugespitzt. Die fünf Kronblätter sind zu einer Blütenröhre mit kurzen freien Kronzipfeln verwachsen. Sie sind meist rosafarben, können aber von weiß bis zu rot verschiedene Farben annehmen. Im Inneren sind an ihrer Basis rote Punkte oder Flecken um die Basen der Staubfäden. In Kultur gibt es verschiedene Cultivare mit dunkleren Blütenfarben bis hin zu Rot und Kastanienbraun.

Die Kapselfrüchte sind fünfkammerig. Die geflügelten Samen sind nur 0,5 bis 1 Millimeter lang.

Ökologie

Kalmia latifolia ist bemerkenswert durch die Methode, ihre Pollen zu verteilen. Während die Blüten wachsen, biegen sich die Staubfäden ihrer Staubblätter und entwickeln Spannung. Sobald ein Insekt auf der Blüte landet, entlädt sich die Spannung und schleudert den Pollen mit Gewalt auf das Insekt. Experimente ergaben, dass die Blüten ihre Pollen bis zu 15 Zentimeter weit schießen können. Der Physiker Lyman J. Briggs beschäftigte sich in den 1950ern, nach seiner Pensionierung vom National Bureau of Standards, eingehend mit dem Phänomen.

Verwendung in der Heilkunde

Die Cherokee benutzen Pflanzenauszüge als Analgetikum, indem sie einen Aufguss der Pflanze auf die schmerzende Stelle aufbringen oder in Kratzer an der schmerzenden Stelle reiben. Sie reiben auch die borstigen Blattkanten über rheumatische Stellen, benutzen die Blätter als Desinfektionsmittel von Wunden sowie Auszüge als Mittel gegen Ungeziefer und Krämpfe. Sie benutzen das Holz auch zum Schnitzen.

Die Hudson Bay Cree benutzen einen Trank aus den Blättern als Mittel gegen Durchfall, halten die Pflanze jedoch allgemein für giftig.

Die Mahuna halten die Pflanze für giftig, benutzen aber die Blätter als Futter für Hirsche und als Parfümstoffe.

Verwendung als Zierpflanze

Die Breitblättrige Lorbeerrose wurde im 18. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa importiert. Wegen seiner schönen Blüten wird sie gepflanzt. Es gibt eine ganze Reihe Cultivare mit unterschiedlichen Blütenfarben. Viele davon entstammen der Connecticut Experiment Station in Hamden oder aus der Pflanzschule von Richard Jaynes. Jaynes hat viele Cultivare benannt und gilt als Autorität auf dem Gebiet der Kalmia latifolia.[9][10]

Der Cultivar ‘Pink Charm’[11] hat den Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society gewonnen.

Alle Pflanzenteile sind giftig. Berglorbeer ist giftig aufgrund von Grayanotoxin, Andromedotoxin und angeblich Arbutin. (Nach neueren Erkenntnissen Acetylandromedol statt Arbutin) für Pferde, Ziegen, Rinder und Hirsche sowie Affen und Menschen. Alle Pflanzenteile sowie Nahrungsmittel (Honig) aus Pflanzenteilen können zu Beschwerden des Verdauungstrakts führen. Glücklicherweise ist der entsprechende Honig ziemlich bitter. Für Bienen ist er ungiftig und kann als Winterfutter genutzt werden. Vergiftungserscheinungen machen sich etwa 6 Stunden nach der Aufnahme des Giftes bemerkbar. Symptome umfassen unregelmäßige Atmung, Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, Tränenfluss, Herzbeschwerden, Koordinationsschwierigkeiten, Depression, Übergeben, Durchfall, Schwäche und Krämpfe bis hin zur Lähmung und selten Koma und Tod. Obduktionen von Tieren, die an spoonwood poisoning verendeten, zeigen innere Blutungen.

Giftige PflanzenteileBlatt oder Stängel
GiftstoffeDiterpene, Grayanotoxine

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, erhöhter Speichelfluss, Schluckbeschwerden, Koordinationsstörungen (Ataxie), Herzbeschwerden

Symptome bei Hautkontakt

Juckreiz, Brennen auf der Haut

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen

Standort

Die Naturstandorte von Kalmia latifolia befinden sich an steinigen Berghängen und als Unterbewuchs in Wäldern. Sie gedeiht auf sauren Böden am besten mit pH-Werten von 4,5–5,5. Oft bildet sie große Dickichte. In den Appalachen erreicht sie gelegentlich Baumhöhe und bildet einen wichtigen Bestandteil der oak-heath forests. In niedrigen, nassen Gebieten wächst sie sehr dicht, in trockeneren Hochlagen entwickelt sie zunehmend lockeren Wuchs.

Verbreitung & Vorkommen

Kalmia latifolia ist in Nordamerika weitverbreitet und wird dort meist mountain laurel genannt. Sie ist hauptsächlich in den östlichen Vereinigten Staaten verbreitet. Sie kommt zwischen Maine und Florida und im Westen noch in Indiana und Louisiana vor. Kalmia latifolia ist die Staatsblume von Connecticut und Pennsylvania. Mountain-laurel ist auch Namensgeber für die Stadt Laurel (Mississippi) (gegründet 1882). Kalmia latifolia gedeiht in Höhenlagen zwischen 0 und 1900 Metern.

Die Naturstandorte von Kalmia latifolia befinden sich an steinigen Berghängen und als Unterbewuchs in Wäldern. Sie gedeiht auf sauren Böden am besten mit pH-Werten von 4,5–5,5. Oft bildet sie große Dickichte. In den Appalachen erreicht sie gelegentlich Baumhöhe und bildet einen wichtigen Bestandteil der oak-heath forests. In niedrigen, nassen Gebieten wächst sie sehr dicht, in trockeneren Hochlagen entwickelt sie zunehmend lockeren Wuchs.

Inhaltsstoffe

Berglorbeer ist giftig aufgrund von Grayanotoxin und Arbutin in den Blättern.

Aus derselben Gattung (Kalmia)

Alle Pflanzen der Gattung Kalmia

Aus derselben Familie (Heidekrautgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Heidekrautgewächse