Berg Löwenzahn - Leontodon montanus

Familie: Asteraceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze

<b>Berg Löwenzahn - <i>Leontodon montanus</i></b>
Berg Löwenzahn - Leontodon montanus
Bildquelle: Wikipedia User HermannSchachner; Bildlizenz: CC0 1.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Scorzoneroides_montana_(Berg-Schuppenleuenzahn)_IMG_1017.jpg


Leontodon: gr. leon = Löwe, odontos = Zahn (wg. der Blatt­form); "Lö­wen­zahn"
montanus: Berg-

andere Namen: Syn.: Scorzoneroides montana


Berg Löwenzahn - Leontodon montanus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User HermannSchachner">Wikipedia User HermannSchachner</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Der Berg-Löwenzahn wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 11 Zentimetern. Er hat einen walzlichen, mehr oder weniger senkrecht absteigenden schwarzbraunen „Wurzelstock“ mit zahlreichen starken Faserwurzeln. Die meist ein bis zwei, selten bis zu vier Stängel sind unverzweigt, aufrecht oder aufsteigend und so lang oder wenig länger als die Laubblätter.

Die Laubblätter bilden eine grundständige Rosette, die dem Boden z. T. angedrückt ist. Die Laubblätter sind bei einer Länge von 10 bis 90 Millimetern sowie einer Breite von 3 bis 10 Millimetern im Umriss länglich-lanzettlich, seicht gezähnt bis tief buchtig gezähnt oder schrotsägeförmig gelappt und meist kahl oder unterseits mit feinen, einfachen Haaren besetzt.

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. In der Regel ist nur ein Blütenkorb vorhanden, nach oben hin allmählich verdickt (jedoch nicht bei den Unterarten Scorzoneroides montana subsp. illyricus auf dem Balkan und Scorzoneroides montana subsp. breviscarpa von den Abbruzzi), und unter dem Blütenkorb dicht schwarz zottig sowie mit ein oder zwei schuppenförmigen Hochblättern besetzt. Die körbchenförmigen Blütenstände sind mittelgroß, auch vor dem Aufblühen aufrecht. Die Hülle (Involucrum) des Blütenkorbes weist eine Höhe von 9 bis 18 Millimetern sowie einen Durchmesser von 9 bis 14 Millimetern auf. Die Hüllblätter sind lanzettlich, schmal weiß berandet, schwärzlich, dicht schwarz-zottig behaart.

Die Blüten stehen von der Anthese aufrecht, sind goldgelb (ähnlich wie beim Steifharigen Löwenzahn) mit gelben Griffel.

Die alle gleich gestalteten Achänen sind 6,5 bis 7,5 Millimeter lang, an der Spitze kurz geschnäbelt, hellbraun, fast glatt. Der Pappus ist schneeweiß, zweireihig mit einer inneren Reihe aus federigen und einer äußeren Reihe aus wenigen einfachen Borsten. An einzelnen Früchten kann der Pappus auch ganz fehlen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.


Standort

Auf feuchten, lang von Schnee bedeckten, kalkhaltige Böden. Auf Schutt und in Pionierrasen zwischen 1700m und 2900m.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet von Scorzoneroides montana umfasst die Länder Frankreich, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Slowenien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie Albanien.

Der im Hochgebirge nur selten anzutreffende Berg-Löwenzahn ist eine hochalpine Pionierpflanze, die überwiegend in der nach ihr benannten Berg-Löwenzahnhalde (Leontodontetum montani) auf gefestigten frischen Kalkschutthalden in den Alpen, Dinariden, Apeninnen-Abruzzi und Karpaten vorkommt.

In Deutschland ist er in den Allgäuer und Berchtesgadener Alpen recht verbreitet, im Karwendel nur an der westlichen Karwendelspitze und unter der Mettlerhütte an der Dreithorspitze. In der Schweiz ist er häufig, jedoch nicht in den Urgesteinsgebieten wie im Berninagebiet, Puschlav und an der Grimsel.

Im Unterschied zu den Daten aus der Flora Europaea wird der Berg-Löwenzahn nicht in den Pyrenäen gefunden. Sein Gesamtareal umfasst die Alpen, Karpaten, Dinariden sowie den Zentralen Apennin (Apennin-Abruzzen).

Der Berg-Löwenzahn ist eine Pionierpflanze, die gefestigte, feinerdereiche und sickerfeuchte Kalkschutthalden oft um Gletscher-, Firn- und Schneefelder besiedelt, die spät ausapern und daher eine kurze Vegetationszeit haben. Die Standorte sind durch gute Wasser- und Nährstoffversorgung gekennzeichnet. Er kommt meist truppweise auf feinkörnigem Hangschutt um Schneetälchen, selten auch herabgeschwemmt im Bachschotter oder in Lawinenzügen vor. Der Berglöwenzahn ist in der alpinen und hochalpinen Höhenstufe in Höhenlagen von 1750 bis 2300 Metern (Bayerische Alpen), 1800 bis 2840 Metern (Tirol), 1700 bis 2500 Metern (Steiermark), 2000 bis 2400 Metern (Kanton Glarus), 2050 bis 2820 Metern (Graubünden), 1800 bis 2800 Metern (Wallis) verbreitet. In der Tatra wird er schon ab 1400 Metern angetroffen, in Italien steigt er bis auf 2925 Metern.

Die Standorte der Berglöwenzahn-Halde in Höhenlagen der periglazialen Zone sind durch die herrschenden klimatischen Bedingungen mit häufig wechselnden Frostzyklen und den sickerfeuchten Bedingungen auf den Schutthalden durch Prozesse der Solifluktion bestimmt. Der Berg-Löwenzahn ist auf solcherart instabile, durch hangabwärts führende Bewegungen der oberen Erdschichten gekennzeichnete Periglazialböden mit einem spezialisierten „Wurzelstock“ angepasst. Der kräftige, schief im Hangschutt liegende „Wurzelstock“ bildet kräftige Faserwurzeln, die eine Verankerung in tieferen, stabileren Bodenschichten ermöglichen. Scorzoneroides montana gehört aufgrund dieser Fähigkeit in bewegten solifludialen Böden zu wachsen zu den schuttstauenden Arten, die mit zunehmender pflanzlicher Sukzession mit der Etablierung von Kleinsträuchern allmählich ausfällt.
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Berg Löwenzahn - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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