Wasser Minze - Mentha aquatica

Familie: Lamiaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Alpenpflanze

<b>Wasser Minze - <i>Mentha aquatica</i></b>
Wasser Minze - Mentha aquatica
Bildquelle: Jörg Hempel 2008; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Mentha: n. d. gr. Quellnymphe Minthe; "Minze"
aquaticus: in oder am Wasser lebend

andere Namen: Bachminze

Die Wasserminze zählte neben dem Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) und dem Eisenkraut (Verbena officinalis) zu den heiligen Kräuter der Druiden.

Wasser Minze - Mentha aquatica; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Meneerke bloem">Wikipedia User Meneerke bloem</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mentha_aquatica001.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mentha_aquatica001.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mentha_aquatica001.jpg</a>

Die Wasserminze wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 50 (10 bis 100) Zentimeter erreicht. An Land werden unterirdische und im Wasser auch oberirdische Ausläufer gebildet. Der aufrechte und meist verzweigte Stängel ist vierkantig.

Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind lang gestielt. Die einfache Blattspreite ist eiförmig elliptisch, etwas derb und oft glänzend, mit gesägtem Blattrand. Es sind vier bis sechs Paare bogiger Fiedernerven vorhanden. Besonders die Blätter riechen beim Zerreiben nach Menthol.

Die Blüten stehen dicht in den Achseln der oberen Blätter in stehenden, locker übereinander angeordneten Scheinquirlen und in einem endständigen kugeligen, kopfigen Teilblütenstand zusammen.

Die Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf nur etwas ungleichen Kelchblätter sind teilweise röhrig verwachsen mit 13 Nerven und fünf lanzettlichen Kelchzähnen. Die fünf hellvioletten, rosafarbenen, fleischigrosafarbenen bis weißen Kronblätter sind unterschiedlich stark verwachsen und nur schwach zweilippig. Die Oberlippe ist meist so groß wie einer der drei Lappen der Unterlippe. Hierdurch scheint die Blüte fast regelmäßig vierspaltig. Von den vier geraden, fertilen Staubblättern sind zwei etwas länger.

Die Klausenfrüchte zerfallen in vier oben warzige Teilfrüchte.


Standort

Die Wasserminze gedeiht bei uns häufig in Röhricht- und Großseggen-Gesellschaften, an Ufern und Gräben, in Nass- und Moorwiesen, in Bruchwäldern und im Weidengebüsch. Bevorzugt wächst sie in etwas saurem, schlammigem Boden. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger, ein Nässezeiger, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, auf mäßig stickstoffreichen Standorten wachsend und eine Verbandscharakterart der Stillwasser-Röhrichte im Süßwasser (Phragmition australis).

Verbreitung/Vorkommen

Wasserminze ist in großen Teilen Europas zu finden. Weiters ist sie in Zypern, im Libanon, in Palästina, der Türkei, im Kaukasus, im Iran und in Afrika sowie Makaronesien verbreitet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In Mittelalter und früher Neuzeit noch wurde die Wasserminze unter anderem gegen das „Seitenstechen“ eingesetzt.
Gemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze JohannisbeereDr. Koll Pflanzenextrakt: Chlorella - Dr. KollDr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - HaselnussDr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - Eiche

Wasser Minze - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: toniger Boden / Tonboden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden Feuchte: nass; wechselnass / zeitweise überschwemmt;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Sonstiges

Die Wasserminze ist ein Hemikryptophyt (Schaftpflanze) bzw. eine Sumpfpflanze und ein Ausläufer-Kriechpionier. Die Blätter enthalten reichlich ätherische Öle.

Die Blüten sind unscheinbare „Kleine Trichterblumen“. Der Nektar wird am Grunde der Blüte von einer großen Nektardrüse abgesondert und durch lange Innenhaare der Blütenkrone („Saftdecke“) geschützt. Die Pflanze ist meist unvollständig zweihäusig (gynodiözisch), d. h. neben zwittrigen Pflanzen gibt es auch weibliche mit kleineren Blüten (so bei wie bei allen Arten der Gattung Minzen). Die Blüten duften und werden deshalb intensiv von verschiedenen Insekten, beispielsweise Bienen, Schwebfliegen und vielen anderen Arten besucht.

Die Ausbreitung der Samen erfolgt über das Wasser (Hydrochorie).

Vegetative Vermehrung erfolgt, wie bei allen Minzen-Arten durch ober- und unterirdische Ausläufer.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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