Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare

Familie: Polypodiaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Sporenpflanze Alpenpflanze

<b>Gewöhnlicher Tüpfelfarn - <i>Polypodium vulgare</i></b>
Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare
Bildquelle: Wikipedia User Aka; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_-_close-up_(aka).jpg


Polypodium: gr. polys = viel, podion = Füßchen (Blattreste am Rhi­zom); "Tüpfelfarn"
vulgaris: allgemein, gewöhnlich


Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User 4028mdk09">Wikipedia User 4028mdk09</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_Gew%C3%B6hnlicher_T%C3%BCpfelfarn.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_Gew%C3%B6hnlicher_T%C3%BCpfelfarn.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_Gew%C3%B6hnlicher_T%C3%BCpfelfarn.JPG</a>Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Laszlogellert99">Wikipedia User Laszlogellert99</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_from_below.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_from_below.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare_from_below.jpg</a>Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Polypodium vulgare; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Topjabot">Wikipedia User Topjabot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare0.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare0.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Polypodium_vulgare0.jpg</a>

Die wintergrüne und ausdauernde Art verbreitet sich als Rhizom-Geophyt oder kriechender Chamaephyt und bildet häufig dichte Bestände. Die Blätter sind zweizeilig wechselständig gefiedert, ganzrandig und bleiben ganzjährig grün. Zur Sporenreife von Juli bis Oktober sind an den Unterseiten der ledrigen, zumeist dunkelgrünen, bis zu 50 cm langen Blätter die namensgebenden, kreisrunden „tüpfelartigen“ Sori besonders auffällig. Die Sporenreife ist von Juli bis Oktober.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 148.

Der Gewöhnliche Tüpfelfarn ist ein wintergrüner Rhizom-Geophyt oder ein kriechender Chamaephyt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist es die einzige heimische Sprosspflanze, die als echter Epiphyt an Borke wächst. Die Wedel sind ziemlich austrocknungs- und frostresistent. Sie entspringen jeweils aus kleinen Vorsprüngen, den sogenannten Phyllopodien, des Rhizoms. Das kriechende Rhizom ist dicht mit trockenen Spreuschuppen besetzt, die als Licht- und Wärmeschutz, sowie der kapillaren Wasserleitung dienen. Die Art bildet eine VA-Mykorrhiza aus.

Die Sori sind groß und rund, ein Indusium fehlt. Die Sporen werden als Körnchenflieger ausgebreitet.

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch die bis 30 cm langen Rhizome.


Standort

Polypodium vulgare gilt als Halbschattenpflanze, die wintermilde, mäßig trockene, zumeist kalkfreie und etwas humose Standorte bevorzugt. Sie kommt natürlich in lichten Eichen- und Birkenwäldern sowie an schattigen Mauern und Gebüschen, in luftfeuchten Bereichen aber auch auf Sand, Fels und flachgründig-steinigen Lehmböden vor. Seltener, bei hoher Luftfeuchtigkeit, wächst der Farn auch – in Mitteleuropa als eine der wenigen heimischen Sprosspflanzen – als echter Epiphyt in der Borke von Bäumen, die dann zumeist bemoost sind. Sonst kommt die Art in Gesellschaften des Unterverbands Quercenion roboris oder der Klasse Asplenietea trichomanis vor.

In den Allgäuer Alpen steigt der Gewöhnliche Tüpfelfarn in Vorarlberg am Südwesthang des Elferkopfs auf Hornstein bis zu 2100 m Meereshöhe auf.

Verbreitung/Vorkommen

Der Gewöhnliche Tüpfelfarn ist zirkumpolar verbreitet. Die Art kommt an entsprechenden Standorten im atlantischen Europa häufig vor.

Inhaltsstoffe

Polypodium vulgare enthält auch die zu den Ecdysteroiden gehörenden Hormone Ecdyson und Ecdysteron

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Medizinisch verwendet wurden die auch Schleimstoffe enthaltenden Rhizome früher unter anderem gegen Husten und Heiserkeit. Ferner wurde die Pflanze in der Volksmedizin gegen Gicht und Leberkrankheiten verwendet. Ein enthaltener Bitterstoff ist für Darmwürmer giftig.
Spasmo-Entoxin®Erkältungs-Entoxin®Neolin-Entoxin®
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Gewöhnlicher Tüpfelfarn - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: mäßig trocken;

Sonstiges

Die mit langen Spreuschuppen besetzten und manchmal dick-knolligen Rhizome dieser Art haben durch hohe Anteile an Glycyrrhizin und verschiedenen Zuckern einen süßen Geschmack, worauf auch der alte deutsche Name Engelsüß hindeutet. Vor allem Osladin (von tschech. osladi? „Tüpfelfarn“, zu osladit „süßen“), ein Steroidsaponin, trägt zum süßlichen Geschmack bei.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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