Weber Karde - Dipsacus sativus

Familie: Caprifoliaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Dornen-Stacheln

<b>Weber Karde - <i>Dipsacus sativus</i></b>
Weber Karde - Dipsacus sativus
Bildquelle: Wikipedia User EugeneZelenko; Bildlizenz: CC BY 4.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus-17.jpg


Dipsacus: gr. dipsa = Durst (Wassersammeln am Blattgrund); "Kar­de"
sativus: gesät, angepflanzt

andere Namen: Rau-, Woll- oder Tuchkarde, Kardendistel

Die Weber-Karde wurde im vorindustriellen Zeitalter zum kämmen (kardätschen, kardieren) von Wolle verwendet. Die getrockneten Kardenköpfe wurden noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts gesammelt und von Handwerkern wie Webern, Tuchmachern und Hutmachern dazu benutzt, um Wolle auszukämmen und aufzulockern und für das spätere Spinnen vorzubereiten oder um das Tuch aufzurauhen. Textilfragmente aus Gräbern der Hallstattzeit (ungefähr 600–450 v. Chr.) belegen, dass bereits damals Stoffe mit Hilfe von Karden aufgerauht wurden.

Weber Karde - Dipsacus sativus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus_001.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus_001.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus_001.JPG</a>Weber Karde - Dipsacus sativus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User EugeneZelenko">Wikipedia User EugeneZelenko</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Weber Karde - Dipsacus sativus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User EugeneZelenko">Wikipedia User EugeneZelenko</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus-1.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus-1.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dipsacus_sativus-1.jpg</a>

Die Weber-Karde ist wie die sehr ähnliche Wilde Karde eine zweijährige Pflanze. Bei der Weber-Karde stehen die Hüllblätter waagrecht ab während sie bei der Wilden Karde nach oben gebogen sind. Darüber hinaus sind ihre Spreublätter breiter, kürzer, starr, unbiegsam und an der Spitze nach rückwärts gekrümmt. Dieses Merkmal erwies sich als sehr nützlich, denn mit den trockenen Fruchtständen der Weber-Karde wurde früher Wolle bzw. Wollgewebe gekämmt (kardiert).


Verbreitung/Vorkommen

Die Weber-Karde ist in unseren Breiten als Kulturpflanze bekannt und kommt wild nur im westlichen Mittelmeerraum vor. Möglicherweise stammt sie ursprünglich von Dipsacus ferox ab. Die Weber-Karde wurde im 19. Jahrhundert aus Frankreich nach Deutschland importiert und großflächig kultiviert. Das letzte kommerzielle Anbaugebiet im deutschsprachigen Raum befand sich im österreichischen Mühlviertel; die dortige Kardengenossenschaft wurde 1955 aufgelöst.

Mittlerweile ist die Weber-Karde als Unkraut in Europa und Vorderasien, auf steinigen kalk- und stickstoffhaltigen Böden, in Auwäldern und an Böschungen bis auf eine Höhe von 1000 Metern, verbreitet. In neueren Florenwerken wird die verwilderte echte Weber-Karde aber für Deutschland als "verschollen" bezeichnet. Fundmeldungen sind regelmäßig auf die Verwechslung mit der Wilden Karde zurückzuführen. Dies gilt auch häufig für Angebote von Samenhandlungen.
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Sonstiges

Zunächst war die so genannte Distelkarde das Innungszeichen der Tuchscherer (Tuchmacher). Heute findet diese aufwändige Methode nur noch bei der Herstellung von hochwertigen Wollstoffen, u.a. Filz für Billardtische, Verwendung. Eine Lodenwalkerei in Ramsau (Steiermark) verwendet dazu Importware aus Korsika.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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